Recycling von Solarmodulen
Solarmodule müssen in der EU als Elektroschrott fachgerecht entsorgt werden. Die Recyclingquote liegt bei über 90 % — Glas, Aluminium, Silizium und Kupfer werden zurückgewonnen. Die Rückgabe ist für Privatpersonen kostenlos.
Recyclingpflicht
Solarmodule fallen unter die EU-WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment) und müssen als Elektroschrott fachgerecht entsorgt werden. In Deutschland gilt:
- Privathaushalte: Kostenlose Rückgabe bei kommunalen Wertstoffhöfen
- Gewerblich: Herstellerverantwortung (Producer Responsibility) über Rücknahmesysteme
- Entsorgung im Hausmüll: Verboten
Zusammensetzung eines Solarmoduls
| Material | Anteil am Gewicht | Recyclingfähig? |
|---|---|---|
| Glas | 70–75 % | Ja (Flachglas) |
| Aluminium (Rahmen) | 10–12 % | Ja (hochwertig) |
| Kunststoff (EVA, Backsheet) | 5–8 % | Teils |
| Silizium (Zellen) | 3–5 % | Ja |
| Kupfer (Verkabelung) | 1–2 % | Ja |
| Silber (Kontakte) | 0,05 % | Ja (wertvoll) |
Recyclingquote
Moderne Recyclinganlagen erreichen eine Materialrückgewinnungsquote von über 90 %. Die EU schreibt mindestens 80 % vor. Hauptverfahren:
- Mechanisches Recycling: Rahmen abnehmen, Glas abtrennen, zerkleinern
- Thermisches Recycling: Kunststoffe bei 400–600 °C verbrennen, Silizium und Metalle separieren
- Chemisches Recycling: Lösungsmittel lösen die EVA-Folie, intakte Zellen können wiederverwendet werden
Recyclingwelle ab 2030
Die meisten heute installierten Module laufen noch Jahrzehnte. Aber die Pionieranlagen aus den 2000er-Jahren erreichen bald ihr Lebensende:
| Zeitraum | Erwartete Recyclingmenge (DE) |
|---|---|
| 2025 | ~50.000 Tonnen/Jahr |
| 2030 | ~200.000 Tonnen/Jahr |
| 2035 | ~500.000 Tonnen/Jahr |
| 2040 | ~1.000.000 Tonnen/Jahr |
Deutschland baut derzeit Recyclingkapazitäten auf — Unternehmen wie Reiling, FLAXRES und Veolia investieren in spezialisierte PV-Recyclinganlagen.