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Solar-Wiki

PV-Fachbegriffe verständlich erklärt — von Kilowatt-Peak bis Einspeisevergütung. 112 Begriffe rund um Photovoltaik und Solarenergie.

B

BAFA und PV (Abgrenzung)

Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Gebäudeenergiebereich vor allem Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen und Solarthermie über die BEG-Einzelmaßnahmenförderung. Photovoltaikanlagen sind davon ausdrücklich ausgenommen — sie werden über KfW-Kredite und die EEG-Einspeisevergütung gefördert. In der Praxis entsteht häufig Verwirrung, weil PV und Wärmepumpe zunehmend kombiniert werden.

Balkonkraftwerk

Grundlagen

Ein Balkonkraftwerk (Steckersolargerät) ist eine kleine Photovoltaikanlage, die direkt an die Steckdose angeschlossen wird. Seit 2024 sind in Deutschland bis zu 800 Watt Einspeiseleistung und 2.000 Watt Modulleistung erlaubt.

Batteriespeicher

Technik

Ein Batteriespeicher (Stromspeicher) speichert überschüssigen Solarstrom für den späteren Eigenverbrauch. Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist die dominierende Technologie mit 10.000+ Ladezyklen und über 20 Jahren Lebensdauer.

Baurecht und Photovoltaik

Recht Fortgeschritten

Dachanlagen sind in fast allen Bundesländern genehmigungsfrei. Für Freiflächenanlagen gilt ohne weiteres keine Zulässigkeit im Außenbereich — es sei denn, sie liegen im 200-Meter-Korridor entlang von Autobahnen oder zweigleisigen Schienenwegen. Diese privilegierte Zulässigkeit nach §35 BauGB hat 2023 die Ausbaubedingungen für Freiflächen-PV erheblich verbessert.

Bifaziale Module

Technik Fortgeschritten

Bifaziale Solarmodule nutzen Sonnenlicht von Vorder- und Rückseite. Durch die reflektierte Strahlung (Albedo) auf der Rückseite erzielen sie 5–25 % Mehrertrag gegenüber konventionellen Modulen — besonders auf hellen Untergründen.

Bilanzkreis und Erneuerbare Energien

Wirtschaft Experte

Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiekonto, über das Erzeugung und Verbrauch auf Viertelstundenbasis abgerechnet werden. Für PV-Anlagen in der Direktvermarktung übernimmt der Direktvermarkter die Bilanzierung — die Prognosegüte bestimmt die Kosten.

Blindleistung

Technik Experte

Blindleistung ist der Anteil der elektrischen Leistung, der nicht in Nutzenergie umgewandelt wird, sondern zwischen Erzeuger und Netz pendelt. PV-Wechselrichter müssen auf Anforderung des Netzbetreibers Blindleistung bereitstellen, um die Netzspannung zu stabilisieren.

Blitzschutz für PV-Anlagen

Technik Fortgeschritten

Eine PV-Anlage macht einen Blitzschutz nicht automatisch zur Pflicht, aber ein bestehendes Blitzschutzkonzept muss bei Modulinstallation angepasst werden. Innerer Überspannungsschutz ist für jede PV-Anlage dringend empfohlen.

Börsenstrompreis (Spotmarkt)

Wirtschaft Fortgeschritten

Der Börsenstrompreis entsteht an der europäischen Strombörse EPEX Spot und bildet sich jede Stunde (bzw. im Viertelstunden-Handel) neu durch Angebot und Nachfrage. Seit dem starken Ausbau der Photovoltaik entsteht an sonnigen Mittagen eine ausgeprägte Preisdelle — der Börsenpreis fällt durch das hohe Solar-Angebot deutlich, gelegentlich sogar in den negativen Bereich.

Brandschutz für PV-Anlagen

Technik Fortgeschritten

PV-Anlagen sind nicht brandgefährlicher als andere Elektroinstallationen. Das Hauptrisiko liegt im DC-Lichtbogen bei beschädigten Kabeln. Modulnahe Abschaltung und korrekte Kennzeichnung minimieren das Restrisiko für Bewohner und Einsatzkräfte.

BW Netzdienliche Photovoltaik-Speicher

Förderung

Das Landesprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher" in Baden-Württemberg fördert Batteriespeicher, die in Kombination mit neuen PV-Anlagen installiert und nach definierten netzdienlichen Regeln betrieben werden. Der netzdienliche Betrieb begrenzt die Einspeisespitzen und entlastet so das lokale Verteilnetz.

D

Dachneigung und Ausrichtung

Planung

Die optimale Dachneigung für PV in Deutschland liegt bei 30–35° mit Südausrichtung. Abweichungen bis ±30° und Neigungen von 20–45° verursachen nur 5–10 % Ertragsverlust. Ost-West-Anlagen erzeugen ~15 % weniger, verteilen den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.

Dachreinigung vor PV-Montage

Planung

Vor der PV-Montage stellt sich die Frage, ob das Dach gereinigt werden muss. Entscheidend ist nicht die Optik, sondern der Zustand der Dacheindeckung — insbesondere bei Moos- und Flechtenbefall auf älteren Betondachsteinen.

Dachstatik

Planung

Solarmodule wiegen 10–15 kg/m² inklusive Montagesystem. Die meisten Dächer tragen dieses Zusatzgewicht problemlos. Eine Statikprüfung ist bei älteren Gebäuden, Flachdächern mit Auflast-Systemen oder schneereichen Regionen empfehlenswert.

DC-Freischalter und Feuerwehrschalter

Technik Fortgeschritten

Der DC-Freischalter trennt die Gleichstromleitung zwischen Solarmodulen und Wechselrichter spannungsfrei. Der sogenannte Feuerwehrschalter reduziert die DC-Spannung an der Modulleitung auf ein sicheres Niveau, damit Einsatzkräfte bei einem Brand gefahrlos arbeiten können. Seit der Überarbeitung der VDE-AR-E 2100-712 und der Anforderungen der Feuerwehren ist die DC-Freischaltung ein fester Bestandteil jeder neuen PV-Installation.

Degradation

Technik Fortgeschritten

Degradation bezeichnet den natürlichen Leistungsverlust von Solarmodulen über die Zeit. Moderne Module verlieren nur 0,3–0,5 % Leistung pro Jahr — nach 25 Jahren liefern sie noch über 85 % der ursprünglichen Leistung.

Dimensionierung einer PV-Anlage

Planung

Die Dimensionierung einer PV-Anlage legt fest, wie viele Module installiert und welche Wechselrichter- und Speichergröße sinnvoll sind. Entscheidende Eingangsgrößen sind der Jahresstromverbrauch, die verfügbare Dachfläche, die Ausrichtung und künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto. Die typische Eigenheim-Anlage liegt heute bei 10 bis 15 Kilowatt-Peak — deutlich größer als noch vor zehn Jahren.

Direktvermarktung

Wirtschaft Fortgeschritten

Direktvermarktung bedeutet, dass Solarstrom nicht über die feste EEG-Vergütung, sondern direkt an der Strombörse verkauft wird. Das Marktprämienmodell gleicht die Differenz zum Börsenpreis aus. Ab 100 kWp ist Direktvermarktung verpflichtend.

Dynamische Stromtarife

Wirtschaft

Bei dynamischen Stromtarifen ändert sich der Strompreis stündlich und orientiert sich am Börsenstrompreis. Seit 2025 müssen alle Energieversorger einen dynamischen Tarif anbieten. In Kombination mit PV und Speicher sind 10–20 % Ersparnis möglich.

E

EEG-Ausschreibungen (Solar)

Förderung Fortgeschritten

Seit 2017 werden die Einspeisetarife für größere PV-Anlagen in Deutschland nicht mehr administrativ festgesetzt, sondern in wettbewerblichen Ausschreibungen ermittelt. Die Bundesnetzagentur führt jährlich mehrere Runden in zwei Segmenten durch: Solar 1 für Freiflächenanlagen und Solar 2 für Dach- und Lärmschutzanlagen.

EEG-Novellen 2023–2024 (Solarpaket I)

Recht Fortgeschritten

Das EEG 2023 und das Solarpaket I (Mai 2024) haben den regulatorischen Rahmen für Photovoltaik in Deutschland grundlegend verändert. Die Novellen vereinfachen Balkon-PV, heben Vergütungssätze an und führen die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ein.

Eigenverbrauch

Wirtschaft

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die PV-Anlage — denn jede selbst verbrauchte kWh spart den teureren Netzbezug.

Einkommensteuerbefreiung PV (§3 Nr. 72 EStG)

Recht Fortgeschritten

§3 Nr. 72 EStG befreit Einnahmen und Entnahmen aus kleinen Photovoltaikanlagen rückwirkend ab 1. Januar 2022 vollständig von der Einkommensteuer. Die Freigrenze liegt bei 30 Kilowatt-Peak pro Einfamilienhaus und 15 Kilowatt-Peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit bei größeren Gebäuden. Pro Steuerpflichtigem ist der Gesamtbetrieb auf 100 kWp gedeckelt.

Einspeisevergütung

Förderung

Die Einspeisevergütung ist eine gesetzlich garantierte Vergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Sie wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt und für 20 Jahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben.

Energiemanagementsystem (HEMS)

Technik Fortgeschritten

Ein Home Energy Management System (HEMS) steuert PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox intelligent — basierend auf Erzeugung, Verbrauch, Wetter und Strompreis. Es maximiert den Eigenverbrauch und minimiert die Stromkosten.

Energy Sharing (§ 42c EnWG)

Recht Fortgeschritten

Energy Sharing ist das rechtlich geregelte Teilen von Strom aus erneuerbaren Energien über das öffentliche Netz mit anderen Teilnehmern im selben Bilanzierungsgebiet. Die Strommenge wird physisch eingespeist, aber rechnerisch im 15-Minuten-Takt den Empfängern zugeordnet. Rechtsgrundlage in Deutschland ist der neue § 42c EnWG, der am 1. Juni 2026 Anwendung findet.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Recht

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das zentrale Fördergesetz für erneuerbare Energien in Deutschland. Es garantiert feste Vergütungssätze für Solarstrom und definiert die Ausbauziele für Photovoltaik.

Ertragsgutachten PV

Planung Fortgeschritten

Ein Ertragsgutachten prognostiziert den jährlichen Stromertrag einer geplanten PV-Anlage auf Basis von Standortdaten, Ausrichtung, Verschattung und Komponentenkennwerten. Es ist die zentrale Grundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Finanzierungszusagen. Für Hausdachanlagen genügen in der Regel Simulationstools, für Großanlagen verlangen Banken ein zertifiziertes Gutachten.

Erzeugungsprofil PV

Planung Fortgeschritten

Das Erzeugungsprofil einer PV-Anlage beschreibt den zeitlichen Verlauf der Stromerzeugung über den Tag und das Jahr. In Deutschland zeigt es eine ausgeprägte Glockenform mit Maximum zwischen 11 und 14 Uhr und starker saisonaler Schwankung — im Juni wird etwa fünfmal so viel erzeugt wie im Dezember. Die Profilform beeinflusst den Eigenverbrauch, den Marktwert und die Netzbelastung.

M

Marktstammdatenregister (MaStR)

Recht

Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das zentrale behördliche Register der Bundesnetzagentur für alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen in Deutschland. Die Registrierung ist gesetzlich verpflichtend — auch für Balkonkraftwerke.

Messkonzept bei PV-Anlagen

Planung Fortgeschritten

Das Messkonzept legt fest, wie Stromerzeugung, Einspeisung und Bezug einer PV-Anlage gemessen und abgerechnet werden. Der Netzbetreiber genehmigt das Konzept im Rahmen der Netzanmeldung. Die Wahl zwischen Volleinspeisung, Überschusseinspeisung und kaskadierter Messung entscheidet über Zählerzahl, Abrechnungslogik und — bei Bestandsanlagen mit mehreren Erzeugern — über die Förderfähigkeit.

Mieterstrom

Wirtschaft Fortgeschritten

Mieterstrom ist ein Modell, bei dem Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt an die Mieter im Gebäude verkauft wird — ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Der Mieterstromzuschlag ergänzt die Erlöse.

Mikrowechselrichter

Technik Fortgeschritten

Ein Mikrowechselrichter ist ein sehr kleiner Wechselrichter, der einem einzelnen Solarmodul oder einer Modulgruppe von zwei bis vier Modulen direkt zugeordnet ist. Im Gegensatz zum zentralen Stringwechselrichter erfolgt die Gleichstromwandlung unmittelbar am Modul. Diese Topologie reduziert Verschattungsverluste und erleichtert den modulweisen Ausbau.

Modulwirkungsgrad

Technik

Der Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Moderne monokristalline Module erreichen 21–24 %, Hochleistungsmodule (TOPCon, HJT) bis 24 %.

MPP-Tracker

Technik Fortgeschritten

Ein MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) ist ein Algorithmus im Wechselrichter, der den Arbeitspunkt der Solarmodule kontinuierlich an den Punkt maximaler Leistung anpasst. Da sich der optimale Betriebspunkt mit Einstrahlung, Temperatur und Verschattung ständig ändert, ist ein schnelles und präzises Tracking die Grundlage für maximalen Ertrag.

P

Peakshaving mit PV und Speicher

Wirtschaft Experte

Peakshaving bezeichnet die gezielte Kappung von Lastspitzen durch PV und Batteriespeicher. Im Gewerbe senkt diese Strategie den Leistungspreis und die Netzentgelte — bei typischen Einsparungen von 50–150 €/kW/Jahr.

Performance Ratio

Technik Fortgeschritten

Die Performance Ratio (PR) gibt an, wie viel des theoretisch möglichen Ertrags eine PV-Anlage tatsächlich erreicht. Moderne Anlagen erzielen eine PR von 80–90 % — Verluste entstehen durch Temperatur, Wechselrichter und Verschmutzung.

Perowskit-Solarzellen

Technik Experte

Perowskit-Solarzellen sind eine Zukunftstechnologie, die in Kombination mit Silizium (Tandem) Wirkungsgrade über 33 % erreicht. Die Marktreife wird für 2027–2030 erwartet — das Potenzial für günstigere und effizientere Module ist enorm.

Photovoltaik

Grundlagen

Photovoltaik (PV) ist die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen. Deutschland hatte Anfang 2026 über 100 GW installierte PV-Leistung und ist damit einer der weltweit führenden Solarmärkte.

Power Purchase Agreement (PPA) Solar

Wirtschaft Experte

Ein Power Purchase Agreement ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen dem Betreiber einer Photovoltaikanlage und einem Stromabnehmer. Statt die Einspeisung über das EEG zu vergüten, verhandeln beide Parteien direkt einen festen oder indexierten Kilowattstundenpreis, typischerweise für 10 bis 20 Jahre. PPAs sind das wichtigste Vermarktungsinstrument für große Solarparks außerhalb der Ausschreibungen.

progres.nrw – Solarförderung NRW

Förderung

progres.nrw ist das zentrale Landesprogramm Nordrhein-Westfalens für den Ausbau erneuerbarer Energien. Im PV-Bereich fördert es vor allem Batteriespeicher in Verbindung mit neuen Solaranlagen sowie steckerfertige Balkonkraftwerke. Die Zuschüsse liegen typischerweise bei 150 Euro pro kWh Speicherkapazität, die Förderrunden sind regelmäßig nach kurzer Zeit ausgeschöpft.

PV-Anlagengrößen: Segmente im Überblick

Grundlagen

Die vier PV-Segmente Balkonkraftwerk (0–2 kWp), Heimsegment (2–30 kWp), Gewerbe (>30 kWp) und Freifläche unterscheiden sich in Leistungsklasse, Regulierung und Wirtschaftlichkeit. Die Grenzen folgen steuerlichen, fördertechnischen und regulatorischen Schwellenwerten.

PV-Monitoring

Planung

PV-Monitoring überwacht Erzeugung, Eigenverbrauch und Anlagenzustand in Echtzeit. Ohne Monitoring bleiben Defekte oft monatelang unentdeckt — mit Ertragsverlusten von 10–30 %. Jeder moderne Wechselrichter bietet eine kostenlose App.

PV-Versicherung

Planung

Eine PV-Anlage sollte mindestens über die Wohngebäudeversicherung abgesichert sein. Eine Allgefahren-Versicherung bietet umfassenderen Schutz (Überspannung, Diebstahl, Bedienfehler) und kostet 80–150 € pro Jahr.

PVGIS und PV*SOL – Simulationstools

Planung

PVGIS (EU-Kommission) und PV*SOL (Valentin Software) sind die meistgenutzten Simulationstools für PV-Anlagen. PVGIS eignet sich für kostenlose Ersteinschätzungen, PV*SOL für professionelle Anlagenplanung mit 3D-Verschattung und Wirtschaftsanalyse.

S

Sektorkopplung

Grundlagen

Sektorkopplung verbindet die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität durch gemeinsame Nutzung erneuerbarer Energien. In der Praxis: PV-Strom treibt Wärmepumpe und E-Auto an — statt fossile Brennstoffe für Heizung und Verkehr zu nutzen.

Smart Meter

Technik

Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler mit Kommunikationsmodul, der Verbrauchsdaten in Echtzeit übermittelt. Ab 2025 wird der Einbau schrittweise verpflichtend — für PV-Anlagen ab 7 kWp ist ein intelligentes Messsystem (iMSys) vorgesehen.

Solar Score

Grundlagen

Der Solar Score ist eine zusammengesetzte Kennzahl auf solarzubau.de, die den PV-Ausbaustand einer Region bewertet. Er berücksichtigt Zubau pro Kopf, Bestand pro Kopf, Anlagendichte und Speicherquote — normiert auf eine Skala von 0 bis 100.

Solaranlage mieten, kaufen oder finanzieren

Wirtschaft

Eine PV-Anlage kann gekauft, finanziert oder gemietet werden. Kauf bietet die höchste Rendite, erfordert aber Eigenkapital. Miete hat keine Anfangsinvestition, kostet aber über 20 Jahre 30–50 % mehr.

Solardachziegel und BIPV

Technik Fortgeschritten

Solardachziegel kombinieren Dacheindeckung und Stromerzeugung in einem Bauteil. Sie ersetzen klassische Ziegel oder Schindeln und bilden gemeinsam mit Indach-PV-Systemen das Segment der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV). Der Wirkungsgrad liegt unter klassischen Aufdachmodulen, die Integration ist aber optisch und baurechtlich oft die einzige Option — etwa im Denkmalschutz oder bei Neubauten mit strikten Gestaltungssatzungen.

Solarkataster

Planung

Ein Solarkataster ist eine Online-Karte, die das Solarpotenzial einzelner Dachflächen zeigt. Viele Bundesländer und Kommunen bieten kostenlose Solarkataster an — basierend auf 3D-Laserscanning und Wetterdaten.

Solarpflicht

Recht

Die Solarpflicht verpflichtet Bauherren zur Installation einer PV-Anlage bei Neubau oder Dachsanierung. Mehrere Bundesländer haben eigene Regelungen — eine bundesweite Pflicht gibt es bisher nicht.

Solarthermie (Abgrenzung zur Photovoltaik)

Grundlagen

Solarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärme um und wird typischerweise für Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt. Während Photovoltaik seit 2010 massiv gewachsen ist, stagniert der Solarthermie-Markt in Deutschland — die Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe übernimmt zunehmend die Rolle der solaren Wärmeerzeugung.

Solarzelle – Aufbau und Funktion

Grundlagen

Eine Solarzelle wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Das Funktionsprinzip beruht auf dem photovoltaischen Effekt in einem Halbleiter-pn-Übergang: Einfallendes Licht erzeugt freie Ladungsträger, die durch das innere elektrische Feld getrennt und als Gleichstrom abgeführt werden. Moderne kristalline Silizium-Zellen erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 26 Prozent.

Speicherquote

Wirtschaft

Die Speicherquote gibt an, wie viel Prozent der neu installierten PV-Anlagen mit einem Batteriespeicher kombiniert werden. In Deutschland liegt die Quote 2025 bei rund 50 % — mit steigender Tendenz.

Speicherverluste

Technik Fortgeschritten

Ein Batteriespeicher verliert bei jedem Lade-/Entladezyklus 4–10 % der gespeicherten Energie (Roundtrip-Effizienz 90–96 %). Hinzu kommen Stand-by-Verluste von 1–5 % pro Tag und kalendarische Alterung.

Steuerliche Liebhaberei bei PV (historisch)

Recht Experte

Vor Einführung der Steuerbefreiung durch §3 Nr. 72 EStG mussten PV-Betreiber eine Totalgewinnprognose über 20 Jahre erstellen. Ergab die Prognose einen Verlust, stufte das Finanzamt die Anlage als Liebhaberei ein — mit weitreichenden steuerlichen Folgen.

String-Wechselrichter

Technik Fortgeschritten

Ein String-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom eines oder mehrerer Modulstrings zentral in netzkonformen Wechselstrom um. Er ist die am weitesten verbreitete Wechselrichter-Topologie für Hausdach- und Gewerbeanlagen. Die zentrale Bauweise ermöglicht hohe Wirkungsgrade und niedrige Kosten pro Watt, setzt aber eine durchdachte Stringplanung voraus.

Stromgestehungskosten (LCOE)

Wirtschaft Fortgeschritten

Stromgestehungskosten (LCOE – Levelized Cost of Electricity) geben an, was die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage kostet. PV-Dachanlagen liegen bei 5–11 ct/kWh, Freiflächenanlagen bei 3,5–6 ct/kWh — günstiger als Gas oder Kohle.

Strompreisentwicklung

Wirtschaft

Der Strompreis für Haushalte in Deutschland liegt 2025 bei 30–38 ct/kWh und ist seit 2020 um über 50 % gestiegen. Steigende Strompreise verbessern die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen, da jede selbst erzeugte kWh mehr wert wird.

V

VDE-AR-N 4105

Recht Experte

Die VDE-AR-N 4105 ist die technische Anschlussregel für Erzeugungsanlagen im Niederspannungsnetz. Sie legt fest, wie sich PV-Anlagen bis 135 kVA am Netzanschlusspunkt verhalten müssen — von der Frequenz- und Spannungsüberwachung über die Wirkleistungsbegrenzung bis zur Blindleistungsbereitstellung. Jeder Wechselrichter, der in Deutschland installiert wird, muss die Anforderungen der VDE-AR-N 4105 erfüllen.

Vehicle-to-Grid (V2G)

Technik Fortgeschritten

Vehicle-to-Grid (V2G) ermöglicht es, Strom aus der Batterie eines Elektroautos ins Stromnetz oder ins Haus (V2H) zurückzuspeisen. Das E-Auto wird zum mobilen Speicher — mit Batterien von 40–100 kWh deutlich größer als jeder Heimspeicher.

Verschattung

Planung

Verschattung reduziert den Ertrag einer PV-Anlage überproportional — bereits ein verschattetes Modul kann einen ganzen String bremsen. Bypass-Dioden und Leistungsoptimierer minimieren den Effekt.

Virtuelle Kraftwerke

Wirtschaft Fortgeschritten

Ein virtuelles Kraftwerk (VPP) bündelt viele kleine dezentrale Erzeuger und Speicher zu einem Verbund, der wie ein großes Kraftwerk am Strommarkt agiert. PV-Betreiber können über Aggregatoren teilnehmen und zusätzliche Erlöse erzielen.

Volleinspeisung

Förderung

Bei der Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Solarstrom ins Netz eingespeist — ohne Eigenverbrauch. Die Vergütung liegt höher als bei Überschusseinspeisung. Seit dem EEG 2023 können beide Modelle auf einem Dach kombiniert werden.

Volllaststunden PV

Planung Fortgeschritten

Die Volllaststunden beschreiben, wie lange eine PV-Anlage bei voller Nennleistung laufen müsste, um ihren tatsächlichen Jahresertrag zu erreichen. In Deutschland liegen sie typischerweise zwischen 900 und 1.100 Stunden pro Jahr — in Süddeutschland etwas höher, in Norddeutschland etwas niedriger. Sie sind die zentrale Kennzahl für Ertragsvergleiche zwischen Standorten und Technologien.