Solar-Wiki
PV-Fachbegriffe verständlich erklärt — von Kilowatt-Peak bis Einspeisevergütung. 112 Begriffe rund um Photovoltaik und Solarenergie.
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A
AC- vs. DC-Kopplung
Technik FortgeschrittenBei DC-Kopplung wird der Speicher direkt an den Gleichstromkreis der PV-Anlage angeschlossen — effizienter (95–97 %). Bei AC-Kopplung steht der Speicher auf der Wechselstromseite — flexibler, aber mit mehr Umwandlungsverlusten (90–94 %).
Agri-Photovoltaik
Grundlagen FortgeschrittenAgri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche. Die Module werden erhöht oder vertikal aufgestellt, sodass darunter weiterhin Ackerbau oder Beweidung möglich ist.
Amortisationszeit
WirtschaftDie Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage liegt in Deutschland bei 8–12 Jahren ohne Speicher und 10–14 Jahren mit Speicher. Der wichtigste Faktor ist die Eigenverbrauchsquote.
Anmeldung und Netzanschluss PV
RechtJede neue Photovoltaikanlage in Deutschland muss vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Der Netzanschluss-Prozess umfasst die technische Prüfung durch den Verteilnetzbetreiber, die Installation eines geeigneten Zählers und die Freigabe zur Einspeisung. Die Einhaltung der Fristen ist Voraussetzung für den Anspruch auf Einspeisevergütung.
Autarkiegrad
WirtschaftDer Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die eigene PV-Anlage gedeckt wird. Mit Speicher sind 70–85 % Autarkie realistisch — vollständige Unabhängigkeit (100 %) ist in Deutschland wirtschaftlich nicht sinnvoll.
B
BAFA und PV (Abgrenzung)
FörderungDas Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Gebäudeenergiebereich vor allem Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen und Solarthermie über die BEG-Einzelmaßnahmenförderung. Photovoltaikanlagen sind davon ausdrücklich ausgenommen — sie werden über KfW-Kredite und die EEG-Einspeisevergütung gefördert. In der Praxis entsteht häufig Verwirrung, weil PV und Wärmepumpe zunehmend kombiniert werden.
Balkonkraftwerk
GrundlagenEin Balkonkraftwerk (Steckersolargerät) ist eine kleine Photovoltaikanlage, die direkt an die Steckdose angeschlossen wird. Seit 2024 sind in Deutschland bis zu 800 Watt Einspeiseleistung und 2.000 Watt Modulleistung erlaubt.
Batteriespeicher
TechnikEin Batteriespeicher (Stromspeicher) speichert überschüssigen Solarstrom für den späteren Eigenverbrauch. Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist die dominierende Technologie mit 10.000+ Ladezyklen und über 20 Jahren Lebensdauer.
Baurecht und Photovoltaik
Recht FortgeschrittenDachanlagen sind in fast allen Bundesländern genehmigungsfrei. Für Freiflächenanlagen gilt ohne weiteres keine Zulässigkeit im Außenbereich — es sei denn, sie liegen im 200-Meter-Korridor entlang von Autobahnen oder zweigleisigen Schienenwegen. Diese privilegierte Zulässigkeit nach §35 BauGB hat 2023 die Ausbaubedingungen für Freiflächen-PV erheblich verbessert.
Bifaziale Module
Technik FortgeschrittenBifaziale Solarmodule nutzen Sonnenlicht von Vorder- und Rückseite. Durch die reflektierte Strahlung (Albedo) auf der Rückseite erzielen sie 5–25 % Mehrertrag gegenüber konventionellen Modulen — besonders auf hellen Untergründen.
Bilanzkreis und Erneuerbare Energien
Wirtschaft ExperteEin Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiekonto, über das Erzeugung und Verbrauch auf Viertelstundenbasis abgerechnet werden. Für PV-Anlagen in der Direktvermarktung übernimmt der Direktvermarkter die Bilanzierung — die Prognosegüte bestimmt die Kosten.
Blindleistung
Technik ExperteBlindleistung ist der Anteil der elektrischen Leistung, der nicht in Nutzenergie umgewandelt wird, sondern zwischen Erzeuger und Netz pendelt. PV-Wechselrichter müssen auf Anforderung des Netzbetreibers Blindleistung bereitstellen, um die Netzspannung zu stabilisieren.
Blitzschutz für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenEine PV-Anlage macht einen Blitzschutz nicht automatisch zur Pflicht, aber ein bestehendes Blitzschutzkonzept muss bei Modulinstallation angepasst werden. Innerer Überspannungsschutz ist für jede PV-Anlage dringend empfohlen.
Börsenstrompreis (Spotmarkt)
Wirtschaft FortgeschrittenDer Börsenstrompreis entsteht an der europäischen Strombörse EPEX Spot und bildet sich jede Stunde (bzw. im Viertelstunden-Handel) neu durch Angebot und Nachfrage. Seit dem starken Ausbau der Photovoltaik entsteht an sonnigen Mittagen eine ausgeprägte Preisdelle — der Börsenpreis fällt durch das hohe Solar-Angebot deutlich, gelegentlich sogar in den negativen Bereich.
Brandschutz für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenPV-Anlagen sind nicht brandgefährlicher als andere Elektroinstallationen. Das Hauptrisiko liegt im DC-Lichtbogen bei beschädigten Kabeln. Modulnahe Abschaltung und korrekte Kennzeichnung minimieren das Restrisiko für Bewohner und Einsatzkräfte.
BW Netzdienliche Photovoltaik-Speicher
FörderungDas Landesprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher" in Baden-Württemberg fördert Batteriespeicher, die in Kombination mit neuen PV-Anlagen installiert und nach definierten netzdienlichen Regeln betrieben werden. Der netzdienliche Betrieb begrenzt die Einspeisespitzen und entlastet so das lokale Verteilnetz.
C
CAPEX und OPEX bei PV
Wirtschaft FortgeschrittenCAPEX (Capital Expenditure) beschreibt die einmaligen Investitionskosten einer PV-Anlage — Module, Wechselrichter, Montage, Netzanschluss. OPEX (Operational Expenditure) umfasst die laufenden Betriebskosten — Wartung, Versicherung, Monitoring, Reinigung. Bei einer typischen Hausdachanlage entfallen rund 95 Prozent der Lebenszykluskosten auf CAPEX und nur 5 Prozent auf OPEX.
Checkliste PV-Kauf
PlanungDer Kauf einer PV-Anlage umfasst zahlreiche Entscheidungen und Prüfschritte. Diese Checkliste fasst die zehn wichtigsten Punkte zusammen — von der Dachprüfung bis zur Inbetriebnahme.
CO₂-Bilanz Photovoltaik
GrundlagenSolarstrom verursacht über den gesamten Lebenszyklus nur 20–50 g CO₂/kWh — etwa 15× weniger als Kohlestrom. Die energetische Amortisation (Energy Payback Time) liegt bei 1–2 Jahren, danach produziert die Anlage 23–28 Jahre klimaneutral.
CO2-Preis und Photovoltaik
Wirtschaft FortgeschrittenDer nationale CO2-Preis (BEHG) und das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) verteuern fossile Stromerzeugung und verbessern damit indirekt die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. PV-Strom ist CO2-frei und unterliegt keiner CO2-Bepreisung.
D
Dachneigung und Ausrichtung
PlanungDie optimale Dachneigung für PV in Deutschland liegt bei 30–35° mit Südausrichtung. Abweichungen bis ±30° und Neigungen von 20–45° verursachen nur 5–10 % Ertragsverlust. Ost-West-Anlagen erzeugen ~15 % weniger, verteilen den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.
Dachreinigung vor PV-Montage
PlanungVor der PV-Montage stellt sich die Frage, ob das Dach gereinigt werden muss. Entscheidend ist nicht die Optik, sondern der Zustand der Dacheindeckung — insbesondere bei Moos- und Flechtenbefall auf älteren Betondachsteinen.
Dachstatik
PlanungSolarmodule wiegen 10–15 kg/m² inklusive Montagesystem. Die meisten Dächer tragen dieses Zusatzgewicht problemlos. Eine Statikprüfung ist bei älteren Gebäuden, Flachdächern mit Auflast-Systemen oder schneereichen Regionen empfehlenswert.
DC-Freischalter und Feuerwehrschalter
Technik FortgeschrittenDer DC-Freischalter trennt die Gleichstromleitung zwischen Solarmodulen und Wechselrichter spannungsfrei. Der sogenannte Feuerwehrschalter reduziert die DC-Spannung an der Modulleitung auf ein sicheres Niveau, damit Einsatzkräfte bei einem Brand gefahrlos arbeiten können. Seit der Überarbeitung der VDE-AR-E 2100-712 und der Anforderungen der Feuerwehren ist die DC-Freischaltung ein fester Bestandteil jeder neuen PV-Installation.
Degradation
Technik FortgeschrittenDegradation bezeichnet den natürlichen Leistungsverlust von Solarmodulen über die Zeit. Moderne Module verlieren nur 0,3–0,5 % Leistung pro Jahr — nach 25 Jahren liefern sie noch über 85 % der ursprünglichen Leistung.
Dimensionierung einer PV-Anlage
PlanungDie Dimensionierung einer PV-Anlage legt fest, wie viele Module installiert und welche Wechselrichter- und Speichergröße sinnvoll sind. Entscheidende Eingangsgrößen sind der Jahresstromverbrauch, die verfügbare Dachfläche, die Ausrichtung und künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto. Die typische Eigenheim-Anlage liegt heute bei 10 bis 15 Kilowatt-Peak — deutlich größer als noch vor zehn Jahren.
Direktvermarktung
Wirtschaft FortgeschrittenDirektvermarktung bedeutet, dass Solarstrom nicht über die feste EEG-Vergütung, sondern direkt an der Strombörse verkauft wird. Das Marktprämienmodell gleicht die Differenz zum Börsenpreis aus. Ab 100 kWp ist Direktvermarktung verpflichtend.
Dynamische Stromtarife
WirtschaftBei dynamischen Stromtarifen ändert sich der Strompreis stündlich und orientiert sich am Börsenstrompreis. Seit 2025 müssen alle Energieversorger einen dynamischen Tarif anbieten. In Kombination mit PV und Speicher sind 10–20 % Ersparnis möglich.
E
EEG-Ausschreibungen (Solar)
Förderung FortgeschrittenSeit 2017 werden die Einspeisetarife für größere PV-Anlagen in Deutschland nicht mehr administrativ festgesetzt, sondern in wettbewerblichen Ausschreibungen ermittelt. Die Bundesnetzagentur führt jährlich mehrere Runden in zwei Segmenten durch: Solar 1 für Freiflächenanlagen und Solar 2 für Dach- und Lärmschutzanlagen.
EEG-Novellen 2023–2024 (Solarpaket I)
Recht FortgeschrittenDas EEG 2023 und das Solarpaket I (Mai 2024) haben den regulatorischen Rahmen für Photovoltaik in Deutschland grundlegend verändert. Die Novellen vereinfachen Balkon-PV, heben Vergütungssätze an und führen die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ein.
Eigenverbrauch
WirtschaftEigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die PV-Anlage — denn jede selbst verbrauchte kWh spart den teureren Netzbezug.
Einkommensteuerbefreiung PV (§3 Nr. 72 EStG)
Recht Fortgeschritten§3 Nr. 72 EStG befreit Einnahmen und Entnahmen aus kleinen Photovoltaikanlagen rückwirkend ab 1. Januar 2022 vollständig von der Einkommensteuer. Die Freigrenze liegt bei 30 Kilowatt-Peak pro Einfamilienhaus und 15 Kilowatt-Peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit bei größeren Gebäuden. Pro Steuerpflichtigem ist der Gesamtbetrieb auf 100 kWp gedeckelt.
Einspeisevergütung
FörderungDie Einspeisevergütung ist eine gesetzlich garantierte Vergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Sie wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt und für 20 Jahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben.
Energiemanagementsystem (HEMS)
Technik FortgeschrittenEin Home Energy Management System (HEMS) steuert PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox intelligent — basierend auf Erzeugung, Verbrauch, Wetter und Strompreis. Es maximiert den Eigenverbrauch und minimiert die Stromkosten.
Energy Sharing (§ 42c EnWG)
Recht FortgeschrittenEnergy Sharing ist das rechtlich geregelte Teilen von Strom aus erneuerbaren Energien über das öffentliche Netz mit anderen Teilnehmern im selben Bilanzierungsgebiet. Die Strommenge wird physisch eingespeist, aber rechnerisch im 15-Minuten-Takt den Empfängern zugeordnet. Rechtsgrundlage in Deutschland ist der neue § 42c EnWG, der am 1. Juni 2026 Anwendung findet.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
RechtDas Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das zentrale Fördergesetz für erneuerbare Energien in Deutschland. Es garantiert feste Vergütungssätze für Solarstrom und definiert die Ausbauziele für Photovoltaik.
Ertragsgutachten PV
Planung FortgeschrittenEin Ertragsgutachten prognostiziert den jährlichen Stromertrag einer geplanten PV-Anlage auf Basis von Standortdaten, Ausrichtung, Verschattung und Komponentenkennwerten. Es ist die zentrale Grundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Finanzierungszusagen. Für Hausdachanlagen genügen in der Regel Simulationstools, für Großanlagen verlangen Banken ein zertifiziertes Gutachten.
Erzeugungsprofil PV
Planung FortgeschrittenDas Erzeugungsprofil einer PV-Anlage beschreibt den zeitlichen Verlauf der Stromerzeugung über den Tag und das Jahr. In Deutschland zeigt es eine ausgeprägte Glockenform mit Maximum zwischen 11 und 14 Uhr und starker saisonaler Schwankung — im Juni wird etwa fünfmal so viel erzeugt wie im Dezember. Die Profilform beeinflusst den Eigenverbrauch, den Marktwert und die Netzbelastung.
F
Fassaden-Photovoltaik
Technik FortgeschrittenFassaden-Photovoltaik bezeichnet vertikal angebrachte Solarmodule an Gebäudefassaden. Sie liefert über das Jahr rund 60 bis 70 Prozent des Ertrags einer vergleichbaren Süddachanlage, glättet aber das saisonale Profil deutlich: Im Winter und bei niedrigem Sonnenstand erzeugt eine Südfassade mehr Strom als ein Südost-Dach. Damit ist Fassaden-PV vor allem in Kombination mit Dachanlagen und hohem Winterverbrauch interessant.
Floating-Photovoltaik
Technik FortgeschrittenFloating-Photovoltaik bezeichnet Solaranlagen, deren Module auf Schwimmkörpern auf Wasserflächen montiert sind. Deutschland hatte Ende 2025 rund 44 Megawatt-Peak schwimmender Leistung in Betrieb, weitere etwa 80 Megawatt-Peak waren in Planung oder Bau. Der Ausbau ist durch strenge Auflagen im Wasserhaushaltsgesetz begrenzt: maximal 15 Prozent der Wasserfläche, mindestens 40 Meter Uferabstand.
Freiflächenanlage
Grundlagen FortgeschrittenFreiflächenanlagen sind Photovoltaik-Großanlagen auf nicht bebauten Flächen. Ab 1 MWp müssen sie an EEG-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen. Pro MWp werden etwa 1–1,5 Hektar Fläche benötigt.
G
Glas-Glas-Module
Technik FortgeschrittenGlas-Glas-Module sind Solarmodule, bei denen die Rückseite nicht durch eine Kunststofffolie, sondern durch eine zweite Glasscheibe geschützt ist. Diese Bauweise erhöht die Lebensdauer, ermöglicht Bifazialität und führt zu deutlich längeren Leistungsgarantien. Viele Hersteller gewähren bei Glas-Glas 30 Jahre Produktgarantie — deutlich mehr als bei Glas-Folie-Modulen.
Globalstrahlung
GrundlagenDie Globalstrahlung ist die gesamte auf eine horizontale Fläche auftreffende Sonnenstrahlung — bestehend aus Direkt- und Diffusstrahlung. In Deutschland beträgt sie 900–1.200 kWh/m² pro Jahr und bestimmt maßgeblich den Ertrag einer PV-Anlage.
H
Heterojunction-Solarzellen (HJT)
Technik ExperteHeterojunction-Zellen (HJT, früher auch HIT) kombinieren kristallines Silizium mit dünnen Schichten aus amorphem Silizium. Die Struktur erlaubt extrem hohe Leerlaufspannungen und einen außergewöhnlich guten Temperaturkoeffizienten. Kommerzielle HJT-Module erreichen Wirkungsgrade bis etwa 24,5 % und sind im Premiumsegment fest etabliert.
Hybridwechselrichter
Technik FortgeschrittenEin Hybridwechselrichter verbindet Photovoltaik, Batteriespeicher und das öffentliche Stromnetz in einem Gerät. Er regelt die Ladesteuerung des Speichers, die Einspeisung ins Netz und den Eigenverbrauch. Viele Modelle bieten zusätzlich eine Notstrom- oder Inselbetriebsfunktion bei Netzausfall.
I
IBC-Solarzellen
Technik ExperteIBC-Solarzellen (Interdigitated Back Contact) verlagern die gesamte Kontaktierung auf die Zellrückseite. Die Vorderseite bleibt frei von Busbars und Leiterbahnen, was optische Verluste minimiert und den höchsten kommerziellen Wirkungsgrad aller Silizium-Einzelzellen ermöglicht — über 25 % im Modul. IBC ist das Premium-Segment im Heimmarkt.
Indach-Montage PV
Technik FortgeschrittenBei der Indach-Montage werden Solarmodule nicht auf die bestehende Dacheindeckung aufgesetzt, sondern bündig in die Dachhaut integriert. Die Module ersetzen Dachziegel auf einer definierten Fläche und bilden eine ebene Oberfläche mit der umgebenden Eindeckung. Die Lösung ist optisch eleganter als Aufdachanlagen, stellt aber höhere Anforderungen an Dichtigkeit und Hinterlüftung.
Innovationsausschreibung
Förderung ExperteDie Innovationsausschreibung ist ein separates Instrument der Bundesnetzagentur für besonders netzdienliche oder technologisch anspruchsvolle Erneuerbaren-Projekte. Gefördert werden vor allem Kombinationen aus Photovoltaik und Batteriespeicher, Agri-PV sowie Floating-PV. Statt einer gleitenden Marktprämie zahlt sie eine fixe Marktprämie — die Betreiber tragen das Strompreisrisiko selbst.
K
Kapazitätsfaktor PV
Grundlagen FortgeschrittenDer Kapazitätsfaktor gibt an, welchen Anteil seiner theoretisch möglichen Strommenge ein Kraftwerk tatsächlich produziert. PV-Anlagen in Deutschland erreichen 10–13 % — ein physikalisch bedingter Wert, der durch Nacht und Bewölkung bestimmt wird.
Kapitalwert-Berechnung PV (NPV und IRR)
Wirtschaft ExperteNet Present Value (NPV) und Internal Rate of Return (IRR) sind die wichtigsten finanzmathematischen Kennzahlen zur Bewertung von PV-Investitionen. Sie berücksichtigen den Zeitwert des Geldes und machen Projekte unterschiedlicher Größe und Laufzeit vergleichbar.
KfW 270 – Erneuerbare Energien Standard
FörderungDer KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard" finanziert Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur zu 100 %. Die Laufzeit liegt zwischen 5 und 30 Jahren, die Kreditsumme bei bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben. Der effektive Zinssatz ist bonitäts- und besicherungsabhängig.
Kilowatt-Peak (kWp)
TechnikKilowatt-Peak (kWp) ist die standardisierte Maßeinheit für die Nennleistung von Solarmodulen unter Standard-Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Luftmasse AM 1,5).
Kommunale PV-Förderprogramme
FörderungZahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland fördern PV-Anlagen und Balkonkraftwerke mit eigenen Zuschüssen. Die Programme sind meist befristet, budgetgebunden und erfordern eine Antragstellung vor dem Kauf.
L
Länderförderung Solar (Überblick)
FörderungNeben den bundesweiten KfW-Krediten und der EEG-Vergütung bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme für Photovoltaik, Batteriespeicher und Solarkampagnen. Die Konditionen unterscheiden sich deutlich, die Programme werden häufig neu aufgelegt oder geschlossen. Ein systematischer Vergleich ist vor jeder Investition sinnvoll.
Lastgang und Standardlastprofil
Planung FortgeschrittenDer Lastgang beschreibt den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs eines Anschlusses. Für Haushalte und kleine Gewerbe wird er durch das Standardlastprofil H0 angenähert. Die Kenntnis des Lastgangs ist entscheidend für die Dimensionierung von PV-Anlage und Speicher — nur wer weiß, wann wie viel Strom verbraucht wird, kann den Eigenverbrauch realistisch prognostizieren.
Leistungsoptimierer
Technik FortgeschrittenLeistungsoptimierer (DC-Optimierer) werden an einzelne Solarmodule angeschlossen und ermöglichen modulindividuelles Maximum Power Point Tracking. Sie minimieren Ertragsverluste durch Verschattung, Verschmutzung oder unterschiedliche Modulausrichtungen.
M
Marktstammdatenregister (MaStR)
RechtDas Marktstammdatenregister (MaStR) ist das zentrale behördliche Register der Bundesnetzagentur für alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen in Deutschland. Die Registrierung ist gesetzlich verpflichtend — auch für Balkonkraftwerke.
Messkonzept bei PV-Anlagen
Planung FortgeschrittenDas Messkonzept legt fest, wie Stromerzeugung, Einspeisung und Bezug einer PV-Anlage gemessen und abgerechnet werden. Der Netzbetreiber genehmigt das Konzept im Rahmen der Netzanmeldung. Die Wahl zwischen Volleinspeisung, Überschusseinspeisung und kaskadierter Messung entscheidet über Zählerzahl, Abrechnungslogik und — bei Bestandsanlagen mit mehreren Erzeugern — über die Förderfähigkeit.
Mieterstrom
Wirtschaft FortgeschrittenMieterstrom ist ein Modell, bei dem Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt an die Mieter im Gebäude verkauft wird — ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Der Mieterstromzuschlag ergänzt die Erlöse.
Mikrowechselrichter
Technik FortgeschrittenEin Mikrowechselrichter ist ein sehr kleiner Wechselrichter, der einem einzelnen Solarmodul oder einer Modulgruppe von zwei bis vier Modulen direkt zugeordnet ist. Im Gegensatz zum zentralen Stringwechselrichter erfolgt die Gleichstromwandlung unmittelbar am Modul. Diese Topologie reduziert Verschattungsverluste und erleichtert den modulweisen Ausbau.
Modulwirkungsgrad
TechnikDer Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Moderne monokristalline Module erreichen 21–24 %, Hochleistungsmodule (TOPCon, HJT) bis 24 %.
MPP-Tracker
Technik FortgeschrittenEin MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) ist ein Algorithmus im Wechselrichter, der den Arbeitspunkt der Solarmodule kontinuierlich an den Punkt maximaler Leistung anpasst. Da sich der optimale Betriebspunkt mit Einstrahlung, Temperatur und Verschattung ständig ändert, ist ein schnelles und präzises Tracking die Grundlage für maximalen Ertrag.
N
Natrium-Ionen-Batterien
Technik FortgeschrittenNatrium-Ionen-Batterien nutzen Natrium statt Lithium als Ladungsträger. Sie sind günstiger, sicherer und unabhängig von kritischen Rohstoffen. Erste Heimspeicher kommen 2025/2026 auf den Markt — mit geringerer Energiedichte, aber niedrigerem Preis als LFP.
Netzanschluss
PlanungDer Netzanschluss ist die technische Anbindung einer PV-Anlage an das öffentliche Stromnetz. Für Anlagen bis 30 kWp gilt ein vereinfachtes Verfahren — der Netzbetreiber muss den Anschluss innerhalb von 8 Wochen ermöglichen.
Netzentgelte
Wirtschaft FortgeschrittenNetzentgelte sind Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes und machen rund 25 % des Strompreises aus (~9 ct/kWh). Für PV-Betreiber sind sie relevant, weil selbst erzeugter Strom diese Kosten vermeidet — und §14a EnWG zusätzliche Reduktionen ermöglicht.
Notstrom
Technik FortgeschrittenNotstromfähigkeit bedeutet, dass eine PV-Anlage mit Speicher bei Netzausfall weiter Strom liefert. Man unterscheidet zwischen Notstrom (einzelne Steckdose), Ersatzstrom (ganzes Hausnetz) und Inselbetrieb (vollständig netzunabhängig).
Nulleinspeisung
Technik FortgeschrittenNulleinspeisung bedeutet, dass eine PV-Anlage keinen Strom ins öffentliche Netz einspeist. Der Wechselrichter drosselt die Erzeugung, sobald der Eigenverbrauch gedeckt ist. Ohne Vergütungsvertrag wird die Anlage abgeriegelt.
P
Peakshaving mit PV und Speicher
Wirtschaft ExpertePeakshaving bezeichnet die gezielte Kappung von Lastspitzen durch PV und Batteriespeicher. Im Gewerbe senkt diese Strategie den Leistungspreis und die Netzentgelte — bei typischen Einsparungen von 50–150 €/kW/Jahr.
Performance Ratio
Technik FortgeschrittenDie Performance Ratio (PR) gibt an, wie viel des theoretisch möglichen Ertrags eine PV-Anlage tatsächlich erreicht. Moderne Anlagen erzielen eine PR von 80–90 % — Verluste entstehen durch Temperatur, Wechselrichter und Verschmutzung.
Perowskit-Solarzellen
Technik ExpertePerowskit-Solarzellen sind eine Zukunftstechnologie, die in Kombination mit Silizium (Tandem) Wirkungsgrade über 33 % erreicht. Die Marktreife wird für 2027–2030 erwartet — das Potenzial für günstigere und effizientere Module ist enorm.
Photovoltaik
GrundlagenPhotovoltaik (PV) ist die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen. Deutschland hatte Anfang 2026 über 100 GW installierte PV-Leistung und ist damit einer der weltweit führenden Solarmärkte.
Power Purchase Agreement (PPA) Solar
Wirtschaft ExperteEin Power Purchase Agreement ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen dem Betreiber einer Photovoltaikanlage und einem Stromabnehmer. Statt die Einspeisung über das EEG zu vergüten, verhandeln beide Parteien direkt einen festen oder indexierten Kilowattstundenpreis, typischerweise für 10 bis 20 Jahre. PPAs sind das wichtigste Vermarktungsinstrument für große Solarparks außerhalb der Ausschreibungen.
progres.nrw – Solarförderung NRW
Förderungprogres.nrw ist das zentrale Landesprogramm Nordrhein-Westfalens für den Ausbau erneuerbarer Energien. Im PV-Bereich fördert es vor allem Batteriespeicher in Verbindung mit neuen Solaranlagen sowie steckerfertige Balkonkraftwerke. Die Zuschüsse liegen typischerweise bei 150 Euro pro kWh Speicherkapazität, die Förderrunden sind regelmäßig nach kurzer Zeit ausgeschöpft.
PV-Anlagengrößen: Segmente im Überblick
GrundlagenDie vier PV-Segmente Balkonkraftwerk (0–2 kWp), Heimsegment (2–30 kWp), Gewerbe (>30 kWp) und Freifläche unterscheiden sich in Leistungsklasse, Regulierung und Wirtschaftlichkeit. Die Grenzen folgen steuerlichen, fördertechnischen und regulatorischen Schwellenwerten.
PV-Monitoring
PlanungPV-Monitoring überwacht Erzeugung, Eigenverbrauch und Anlagenzustand in Echtzeit. Ohne Monitoring bleiben Defekte oft monatelang unentdeckt — mit Ertragsverlusten von 10–30 %. Jeder moderne Wechselrichter bietet eine kostenlose App.
PV-Versicherung
PlanungEine PV-Anlage sollte mindestens über die Wohngebäudeversicherung abgesichert sein. Eine Allgefahren-Versicherung bietet umfassenderen Schutz (Überspannung, Diebstahl, Bedienfehler) und kostet 80–150 € pro Jahr.
PVGIS und PV*SOL – Simulationstools
PlanungPVGIS (EU-Kommission) und PV*SOL (Valentin Software) sind die meistgenutzten Simulationstools für PV-Anlagen. PVGIS eignet sich für kostenlose Ersteinschätzungen, PV*SOL für professionelle Anlagenplanung mit 3D-Verschattung und Wirtschaftsanalyse.
R
Recycling von Solarmodulen
GrundlagenSolarmodule müssen in der EU als Elektroschrott fachgerecht entsorgt werden. Die Recyclingquote liegt bei über 90 % — Glas, Aluminium, Silizium und Kupfer werden zurückgewonnen. Die Rückgabe ist für Privatpersonen kostenlos.
Redispatch 2.0 und PV
Wirtschaft ExperteRedispatch 2.0 ersetzt seit Oktober 2021 das alte Einspeisemanagement und bezieht alle Erzeugungsanlagen ab 100 kW in das Netzengpassmanagement ein. PV-Anlagenbetreiber erhalten eine Entschädigung für abgeregelte Einspeisemengen.
Reinigung von Solarmodulen
TechnikVerschmutzte Solarmodule verlieren 1 bis 5 Prozent Ertrag pro Jahr. In den meisten Fällen reicht natürlicher Regen aus. Professionelle Reinigung lohnt sich bei flach geneigten Modulen, landwirtschaftlicher Umgebung oder erkennbarem Ertragsrückgang.
Repowering
Planung FortgeschrittenRepowering bezeichnet den Austausch alter PV-Module oder ganzer Anlagen gegen leistungsstärkere Technik. Besonders relevant für Anlagen, deren 20-jährige EEG-Vergütung ausläuft — die sogenannten Post-EEG-Anlagen.
S
Sektorkopplung
GrundlagenSektorkopplung verbindet die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität durch gemeinsame Nutzung erneuerbarer Energien. In der Praxis: PV-Strom treibt Wärmepumpe und E-Auto an — statt fossile Brennstoffe für Heizung und Verkehr zu nutzen.
Smart Meter
TechnikEin Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler mit Kommunikationsmodul, der Verbrauchsdaten in Echtzeit übermittelt. Ab 2025 wird der Einbau schrittweise verpflichtend — für PV-Anlagen ab 7 kWp ist ein intelligentes Messsystem (iMSys) vorgesehen.
Solar Score
GrundlagenDer Solar Score ist eine zusammengesetzte Kennzahl auf solarzubau.de, die den PV-Ausbaustand einer Region bewertet. Er berücksichtigt Zubau pro Kopf, Bestand pro Kopf, Anlagendichte und Speicherquote — normiert auf eine Skala von 0 bis 100.
Solaranlage mieten, kaufen oder finanzieren
WirtschaftEine PV-Anlage kann gekauft, finanziert oder gemietet werden. Kauf bietet die höchste Rendite, erfordert aber Eigenkapital. Miete hat keine Anfangsinvestition, kostet aber über 20 Jahre 30–50 % mehr.
Solardachziegel und BIPV
Technik FortgeschrittenSolardachziegel kombinieren Dacheindeckung und Stromerzeugung in einem Bauteil. Sie ersetzen klassische Ziegel oder Schindeln und bilden gemeinsam mit Indach-PV-Systemen das Segment der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV). Der Wirkungsgrad liegt unter klassischen Aufdachmodulen, die Integration ist aber optisch und baurechtlich oft die einzige Option — etwa im Denkmalschutz oder bei Neubauten mit strikten Gestaltungssatzungen.
Solarkataster
PlanungEin Solarkataster ist eine Online-Karte, die das Solarpotenzial einzelner Dachflächen zeigt. Viele Bundesländer und Kommunen bieten kostenlose Solarkataster an — basierend auf 3D-Laserscanning und Wetterdaten.
Solarpflicht
RechtDie Solarpflicht verpflichtet Bauherren zur Installation einer PV-Anlage bei Neubau oder Dachsanierung. Mehrere Bundesländer haben eigene Regelungen — eine bundesweite Pflicht gibt es bisher nicht.
Solarthermie (Abgrenzung zur Photovoltaik)
GrundlagenSolarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärme um und wird typischerweise für Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt. Während Photovoltaik seit 2010 massiv gewachsen ist, stagniert der Solarthermie-Markt in Deutschland — die Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe übernimmt zunehmend die Rolle der solaren Wärmeerzeugung.
Solarzelle – Aufbau und Funktion
GrundlagenEine Solarzelle wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Das Funktionsprinzip beruht auf dem photovoltaischen Effekt in einem Halbleiter-pn-Übergang: Einfallendes Licht erzeugt freie Ladungsträger, die durch das innere elektrische Feld getrennt und als Gleichstrom abgeführt werden. Moderne kristalline Silizium-Zellen erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 26 Prozent.
Speicherquote
WirtschaftDie Speicherquote gibt an, wie viel Prozent der neu installierten PV-Anlagen mit einem Batteriespeicher kombiniert werden. In Deutschland liegt die Quote 2025 bei rund 50 % — mit steigender Tendenz.
Speicherverluste
Technik FortgeschrittenEin Batteriespeicher verliert bei jedem Lade-/Entladezyklus 4–10 % der gespeicherten Energie (Roundtrip-Effizienz 90–96 %). Hinzu kommen Stand-by-Verluste von 1–5 % pro Tag und kalendarische Alterung.
Steuerliche Liebhaberei bei PV (historisch)
Recht ExperteVor Einführung der Steuerbefreiung durch §3 Nr. 72 EStG mussten PV-Betreiber eine Totalgewinnprognose über 20 Jahre erstellen. Ergab die Prognose einen Verlust, stufte das Finanzamt die Anlage als Liebhaberei ein — mit weitreichenden steuerlichen Folgen.
String-Wechselrichter
Technik FortgeschrittenEin String-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom eines oder mehrerer Modulstrings zentral in netzkonformen Wechselstrom um. Er ist die am weitesten verbreitete Wechselrichter-Topologie für Hausdach- und Gewerbeanlagen. Die zentrale Bauweise ermöglicht hohe Wirkungsgrade und niedrige Kosten pro Watt, setzt aber eine durchdachte Stringplanung voraus.
Stromgestehungskosten (LCOE)
Wirtschaft FortgeschrittenStromgestehungskosten (LCOE – Levelized Cost of Electricity) geben an, was die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage kostet. PV-Dachanlagen liegen bei 5–11 ct/kWh, Freiflächenanlagen bei 3,5–6 ct/kWh — günstiger als Gas oder Kohle.
Strompreisentwicklung
WirtschaftDer Strompreis für Haushalte in Deutschland liegt 2025 bei 30–38 ct/kWh und ist seit 2020 um über 50 % gestiegen. Steigende Strompreise verbessern die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen, da jede selbst erzeugte kWh mehr wert wird.
T
Thermografie für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenThermografie ist das wichtigste Werkzeug zur zerstörungsfreien Fehlerdiagnose an PV-Anlagen. Infrarotkameras machen thermische Anomalien wie Hotspots, PID-Schäden und Bypass-Dioden-Defekte sichtbar, die im normalen Betrieb unentdeckt bleiben.
TOPCon-Solarzellen
Technik ExperteTOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact) ist die aktuell dominierende Solarzellentechnologie im Weltmarkt. Die Zellen erreichen kommerzielle Wirkungsgrade von 22–24 % und haben seit 2023 die bis dahin führende PERC-Technologie abgelöst. Die Herstellung läuft auf weitgehend bestehenden PERC-Produktionslinien, was den schnellen Umstieg ermöglicht hat.
V
VDE-AR-N 4105
Recht ExperteDie VDE-AR-N 4105 ist die technische Anschlussregel für Erzeugungsanlagen im Niederspannungsnetz. Sie legt fest, wie sich PV-Anlagen bis 135 kVA am Netzanschlusspunkt verhalten müssen — von der Frequenz- und Spannungsüberwachung über die Wirkleistungsbegrenzung bis zur Blindleistungsbereitstellung. Jeder Wechselrichter, der in Deutschland installiert wird, muss die Anforderungen der VDE-AR-N 4105 erfüllen.
Vehicle-to-Grid (V2G)
Technik FortgeschrittenVehicle-to-Grid (V2G) ermöglicht es, Strom aus der Batterie eines Elektroautos ins Stromnetz oder ins Haus (V2H) zurückzuspeisen. Das E-Auto wird zum mobilen Speicher — mit Batterien von 40–100 kWh deutlich größer als jeder Heimspeicher.
Verschattung
PlanungVerschattung reduziert den Ertrag einer PV-Anlage überproportional — bereits ein verschattetes Modul kann einen ganzen String bremsen. Bypass-Dioden und Leistungsoptimierer minimieren den Effekt.
Virtuelle Kraftwerke
Wirtschaft FortgeschrittenEin virtuelles Kraftwerk (VPP) bündelt viele kleine dezentrale Erzeuger und Speicher zu einem Verbund, der wie ein großes Kraftwerk am Strommarkt agiert. PV-Betreiber können über Aggregatoren teilnehmen und zusätzliche Erlöse erzielen.
Volleinspeisung
FörderungBei der Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Solarstrom ins Netz eingespeist — ohne Eigenverbrauch. Die Vergütung liegt höher als bei Überschusseinspeisung. Seit dem EEG 2023 können beide Modelle auf einem Dach kombiniert werden.
Volllaststunden PV
Planung FortgeschrittenDie Volllaststunden beschreiben, wie lange eine PV-Anlage bei voller Nennleistung laufen müsste, um ihren tatsächlichen Jahresertrag zu erreichen. In Deutschland liegen sie typischerweise zwischen 900 und 1.100 Stunden pro Jahr — in Süddeutschland etwas höher, in Norddeutschland etwas niedriger. Sie sind die zentrale Kennzahl für Ertragsvergleiche zwischen Standorten und Technologien.
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Wallbox und PV
PlanungDie Kombination von Wallbox und PV-Anlage ermöglicht kostenloses E-Auto-Laden mit Solarstrom. Überschussladen lädt das Auto nur bei PV-Überschuss — gesteuert über ein Energiemanagementsystem.
Wärmepumpe und PV
PlanungDie Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage senkt Heizkosten und erhöht den Eigenverbrauch. Eine Wärmepumpe verbraucht 3.000–5.000 kWh/Jahr — dafür sollte die PV-Anlage um 3–5 kWp größer dimensioniert werden.
Wechselrichter
TechnikEin Wechselrichter (Inverter) wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom (AC) um. Er ist die zentrale Steuerungseinheit jeder PV-Anlage und optimiert über MPPT die Leistungsausbeute.
Wirkleistungsbegrenzung (70%/60%-Regelung)
RechtPV-Anlagen ohne intelligentes Messsystem (iMSys) müssen ihre Wirkleistungseinspeisung auf 60 % der Nennleistung begrenzen. Die alte 70%-Regelung ist entfallen — ersetzt durch die Pflicht zum Smart Meter oder zur 60%-Abregelung (§9 EEG 2023).
Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage
WirtschaftDie Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt von Eigenverbrauchsquote, Anlagengröße, Installationskosten und Strompreisentwicklung ab. Typische Hausdachanlagen in Deutschland amortisieren sich innerhalb von 8 bis 12 Jahren und erwirtschaften über die Lebensdauer eine Eigenkapitalrendite von 5 bis 10 Prozent — höher als die meisten vergleichbar risikoarmen Investitionen.