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Eigenverbrauch

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die PV-Anlage — denn jede selbst verbrauchte kWh spart den teureren Netzbezug.

Was bedeutet Eigenverbrauch?

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird — statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden.

Die Eigenverbrauchsquote berechnet sich:

Eigenverbrauchsquote (%) = Selbst verbrauchter Solarstrom / Gesamter erzeugter Solarstrom × 100

Warum ist Eigenverbrauch wirtschaftlich entscheidend?

Bei aktuellen Strompreisen von 30–35 ct/kWh und einer Einspeisevergütung von nur 7–10 ct/kWh spart jede selbst verbrauchte Kilowattstunde 20–25 ct gegenüber der Einspeisung. Der Eigenverbrauch ist damit der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage.

SzenarioWert pro kWh
Selbst verbraucht30–35 ct (gesparter Netzbezug)
Eingespeist7–10 ct (Einspeisevergütung)
Differenz20–25 ct pro kWh

Typische Eigenverbrauchsquoten

KonfigurationEigenverbrauchsquote
PV ohne Speicher25–35 %
PV mit Speicher (10 kWh)60–80 %
PV + Speicher + Wärmepumpe70–90 %
PV + Speicher + E-Auto75–90 %

Optimierung des Eigenverbrauchs

1. Batteriespeicher

Der wirksamste Hebel: Ein Speicher puffert den tagsüber erzeugten Überschuss für die Abend- und Nachtstunden. Die Eigenverbrauchsquote steigt um 30–40 Prozentpunkte.

2. Lastverschiebung

Energieintensive Geräte in die Mittagszeit legen, wenn die PV-Anlage am meisten produziert:

  • Waschmaschine und Trockner
  • Spülmaschine
  • E-Auto laden (tagsüber am Arbeitsplatz oder daheim)

3. Sektorenkopplung

Die Kombination von PV mit Wärmepumpe oder E-Auto erhöht den Eigenverbrauch erheblich, da diese Verbraucher große Strommengen zeitflexibel aufnehmen können.

4. Energiemanagementsystem

Intelligente Steuerungen (Home Energy Management Systems) optimieren automatisch die Verteilung des Solarstroms auf Verbraucher, Speicher und Netz.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Eigenverbrauch ohne Speicher?
Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote eines typischen Einfamilienhauses bei 25–35 %. Der Großteil des Solarstroms wird tagsüber erzeugt, wenn der Verbrauch niedrig ist — der Überschuss fließt ins Netz.
Wie erhöhe ich meinen Eigenverbrauch?
Drei Maßnahmen sind am wirksamsten: 1) Batteriespeicher installieren (Eigenverbrauch auf 60–80 %), 2) Verbraucher in die Mittagszeit verschieben (Waschmaschine, Spülmaschine, E-Auto laden), 3) Wärmepumpe mit PV koppeln.
Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Autarkie?
Die Eigenverbrauchsquote misst, wie viel des erzeugten Solarstroms selbst genutzt wird. Der Autarkiegrad misst, wie viel des gesamten Strombedarfs durch die eigene PV-Anlage gedeckt wird. Beide Werte sind komplementär, aber nicht identisch.
Themen:
EigenverbrauchsquoteWirtschaftlichkeitSpeicherOptimierung