Wirtschaft Fortgeschritten
Mieterstrom
Mieterstrom ist ein Modell, bei dem Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt an die Mieter im Gebäude verkauft wird — ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Der Mieterstromzuschlag ergänzt die Erlöse.
Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom ermöglicht es, Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt an die Bewohner zu liefern. Der Strom wird im Gebäude erzeugt und verbraucht, ohne das öffentliche Netz zu nutzen. Überschüsse werden eingespeist, bei Mehrbedarf wird aus dem Netz bezogen.
Vorteile
- Mieter: Günstigerer Strom als vom Grundversorger (max. 90 % des Grundversorgertarifs)
- Vermieter/Betreiber: Erlöse aus Stromverkauf + Mieterstromzuschlag
- Umwelt: Kurze Wege, geringere Netzverluste
Vergütung
| Komponente | Betrag |
|---|---|
| Stromverkauf an Mieter | 20–28 ct/kWh |
| Mieterstromzuschlag (EEG) | ~2,7 ct/kWh |
| Überschuss-Einspeisung | 7–10 ct/kWh |
Herausforderungen
- Hoher bürokratischer Aufwand: Stromliefervertrag, Abrechnung, Messkonzept
- Wirtschaftlichkeit erst ab ~10 Wohneinheiten realistisch
- Mieterbeteiligung: Nicht alle Mieter nehmen teil — Reststrombezug muss organisiert werden
- Dienstleister notwendig: Die meisten Vermieter lagern an spezialisierte Anbieter aus
Häufige Fragen
Lohnt sich Mieterstrom für Vermieter?
Ja, wenn mindestens 40–50 % der Mieter teilnehmen. Der Vermieter erzielt Einnahmen aus Stromverkauf und Mieterstromzuschlag. Die Umsetzung ist aber bürokratisch aufwendig — Dienstleister wie Polarstern oder Naturstrom übernehmen oft die Abwicklung.
Müssen Mieter den Mieterstrom abnehmen?
Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Mieter können ihren Stromanbieter frei wählen. Der Mieterstromtarif darf maximal 90 % des örtlichen Grundversorgertarifs betragen.
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