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Globalstrahlung

Die Globalstrahlung ist die gesamte auf eine horizontale Fläche auftreffende Sonnenstrahlung — bestehend aus Direkt- und Diffusstrahlung. In Deutschland beträgt sie 900–1.200 kWh/m² pro Jahr und bestimmt maßgeblich den Ertrag einer PV-Anlage.

Was ist Globalstrahlung?

Die Globalstrahlung bezeichnet die gesamte Sonnenenergie, die auf eine horizontale Fläche trifft. Sie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Direktstrahlung: Sonnenlicht, das ohne Streuung direkt auf die Fläche trifft
  • Diffusstrahlung: Sonnenlicht, das durch Wolken, Luftmoleküle und Aerosole gestreut wird

Die Einheit ist kWh/m² pro Jahr (oder W/m² als momentane Leistung).

Globalstrahlung in Deutschland

RegionkWh/m²/JahrBewertung
Bayern (Alpenvorland)1.150–1.200Sehr gut
Baden-Württemberg1.100–1.180Sehr gut
Mitteldeutschland (Sachsen, Thüringen)1.050–1.100Gut
Nordrhein-Westfalen1.000–1.050Gut
Niedersachsen, Schleswig-Holstein950–1.050Befriedigend
Deutschland Ø~1.050Gut

Zum Vergleich: Südspanien erreicht 1.700–2.000 kWh/m², Nordafrika über 2.200 kWh/m².

Zusammenhang mit dem PV-Ertrag

Die Globalstrahlung bestimmt maßgeblich, wie viel Strom eine PV-Anlage erzeugen kann. Die Faustformel:

PV-Ertrag (kWh/Jahr) ≈ kWp × Globalstrahlung (kWh/m²) × Performance Ratio (0,80–0,85)

Die Performance Ratio berücksichtigt Verluste durch Wechselrichter, Temperatur, Verkabelung und Verschmutzung.

Saisonale Schwankungen

Die Globalstrahlung variiert in Deutschland stark zwischen Sommer und Winter:

MonatAnteil am Jahresertrag
Dezember–Januarje 2–3 %
März–Aprilje 8–10 %
Mai–Julije 12–15 %
Oktober–Novemberje 4–5 %

Rund 75 % des Jahresertrags werden zwischen April und September erzeugt. Das hat direkte Auswirkungen auf die Dimensionierung von Speichern und den Eigenverbrauch.

Messung und Datenquellen

Die Globalstrahlung wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) an über 1.000 Messstationen kontinuierlich erfasst. Für die Planung von PV-Anlagen stehen kostenlose Tools zur Verfügung:

  • PVGIS (EU Joint Research Centre): Standortgenaue Ertragsberechnung mit Strahlungsdaten für ganz Europa — auch von solarzubau.de genutzt
  • DWD-Strahlungskarten: Langjährige Mittelwerte für Deutschland
  • Solarkataster: Viele Bundesländer bieten gebäudegenaue Potenzialanalysen

Häufige Fragen

Wo in Deutschland ist die Globalstrahlung am höchsten?
Die höchste Globalstrahlung hat der Süden Deutschlands: Bayern und Baden-Württemberg erreichen 1.150–1.200 kWh/m² pro Jahr. Der Oberrheingraben und das Alpenvorland sind die sonnenreichsten Regionen. Im Norden (Schleswig-Holstein, Niedersachsen) liegt der Wert bei 950–1.050 kWh/m².
Lohnt sich Photovoltaik auch in Norddeutschland?
Ja. Auch im Norden erzeugt eine PV-Anlage 900–1.000 kWh pro kWp und Jahr. Der Unterschied zum Süden beträgt nur 10–15 %. Zudem sind die Strompreise im Norden tendenziell höher, was die Wirtschaftlichkeit ausgleicht.
Was ist der Unterschied zwischen Direkt- und Diffusstrahlung?
Direktstrahlung kommt geradlinig von der Sonne, Diffusstrahlung wird durch Wolken, Atmosphäre und Reflexion gestreut. In Deutschland macht Diffusstrahlung etwa 50–60 % der Globalstrahlung aus. Solarmodule nutzen beide Anteile.
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