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Checkliste PV-Kauf

Der Kauf einer PV-Anlage umfasst zahlreiche Entscheidungen und Prüfschritte. Diese Checkliste fasst die zehn wichtigsten Punkte zusammen — von der Dachprüfung bis zur Inbetriebnahme.

Überblick

Der Weg zur eigenen PV-Anlage umfasst technische, finanzielle und administrative Schritte. Wer systematisch vorgeht, vermeidet teure Fehler und verkürzt die Umsetzungsdauer. Die folgende Checkliste deckt alle relevanten Punkte ab — von der ersten Prüfung bis zur laufenden Überwachung.

Die 10-Punkte-Checkliste

Nr.PrüfpunktBeschreibung
1Dachzustand prüfenRestlebensdauer > 20 Jahre? Statik für Zusatzlast geeignet?
2Mind. 3 Angebote einholenVerschiedene Installateure, vergleichbare Konfigurationen
3Anlagengröße festlegenNach Verbrauch + Zukunft (E-Auto, Wärmepumpe) dimensionieren
4Speicher ja/neinEigenverbrauchsquote und Amortisation kalkulieren
5Förderung prüfenKfW, Landesförderung, kommunale Programme
6Installateur prüfenZertifizierung, Referenzen, Innungsmitglied
7Angebot detailliert prüfenkWp, Garantiebedingungen, Montagesystem, Wechselrichter
8Netzanmeldung klärenNetzbetreiber und MaStR-Registrierung
9Versicherung abschließenPV-Versicherung oder Erweiterung der Wohngebäudeversicherung
10Monitoring einrichtenErtragsüberwachung ab Tag 1 aktiv schalten

Detailprüfungen

1. Dachzustand und Statik

Vor der Angebotsanfrage sollte ein Dachdecker oder der Installateur den Dachzustand begutachten. Relevante Faktoren: Alter der Eindeckung, Zustand der Lattung, Tragfähigkeit des Dachstuhls. Bei Dächern über 30 Jahre empfiehlt sich eine parallele Sanierung — Module müssen sonst später für die Dacharbeiten demontiert werden.

2. Angebotsvergleich

Ein vollständiges Angebot enthält mindestens:

  • Modultyp und Leistung (Wp pro Modul, Gesamtleistung kWp)
  • Wechselrichter (Typ, Leistung, Garantie)
  • Montagesystem (Hersteller, Befestigungsart)
  • Gesamtpreis brutto (bei ≤ 30 kWp: 0 % MwSt.)
  • Garantiebedingungen (Produkt- und Leistungsgarantie)
  • Voraussichtlicher Ertrag (kWh/Jahr, idealerweise mit Simulationsnachweis)

3. Dimensionierung

Die optimale Anlagengröße orientiert sich am aktuellen und zukünftigen Stromverbrauch. Standardregel: Dachfläche maximal nutzen. Ein typisches Einfamilienhaus mit 4.500 kWh Jahresverbrauch profitiert von einer Anlage mit 8–12 kWp. Wer mittelfristig eine Wärmepumpe oder ein Elektrofahrzeug plant, sollte die Anlage von Anfang an größer dimensionieren.

4. Speicherentscheidung

Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von typisch 30 % auf 60–80 %. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Strompreis, dem Lastprofil und den Speicherkosten ab. Bei hohem Tagverbrauch (Homeoffice, Wärmepumpe) ist der Zusatznutzen eines Speichers geringer als bei klassischen Berufspendler-Haushalten.

5. Förderung

Drei Ebenen prüfen: Bund (KfW-Kredit 270), Land (z. B. progres.nrw, BW-Speicherförderung) und Kommune (Zuschüsse für PV und Balkonkraftwerke). Reihenfolge beachten: Förderanträge in der Regel vor Auftragserteilung stellen.

6. Installateur-Qualifikation

Ein qualifizierter Installateur ist im Installateursverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen und verfügt über eine Konzession nach §13 NAV. Referenzprojekte und Online-Bewertungen geben zusätzliche Orientierung.

Nach der Installation

Die Arbeit endet nicht mit der Montage. Drei Schritte sind nach der Inbetriebnahme zu erledigen:

  1. MaStR-Registrierung — Pflicht innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
  2. Ertragsmonitoring aktivieren — Leistungsabweichungen frühzeitig erkennen
  3. Erste Abrechnung prüfen — Einspeisevergütung und Zählerstände kontrollieren

Häufige Fragen

Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Mindestens drei Angebote von verschiedenen Installateuren. Die Preisunterschiede betragen erfahrungsgemäß 20–40 % für vergleichbare Systeme. Regionale Handwerksbetriebe sind häufig günstiger als überregionale Anbieter.
Welche Anlagengröße ist richtig?
Die Faustregel lautet: Dachfläche maximal nutzen, sofern die Statik es zulässt. Eine zu klein dimensionierte Anlage ist wirtschaftlich ineffizient, da die Fixkosten (Wechselrichter, Montage, Netzanschluss) kaum sinken. Ein zukünftiger E-Auto- oder Wärmepumpen-Betrieb sollte eingeplant werden.
Brauche ich sofort einen Speicher?
Nicht zwingend. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, verlängert aber die Amortisationszeit. Bei niedrigem Tagesverbrauch (< 4.000 kWh/Jahr) und guter Einspeisevergütung kann der Speicher auch später nachgerüstet werden.
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