Agri-Photovoltaik
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche. Die Module werden erhöht oder vertikal aufgestellt, sodass darunter weiterhin Ackerbau oder Beweidung möglich ist.
Was ist Agri-Photovoltaik?
Agri-PV kombiniert Stromerzeugung und Landwirtschaft auf derselben Fläche. Die Solarmodule werden so installiert, dass darunter weiterhin Ackerbau, Obstanbau, Grünlandwirtschaft oder Beweidung möglich ist.
Aufstellungsvarianten
| Variante | Beschreibung | Kulturarten |
|---|---|---|
| Hochaufgeständert | Module in 4–6 m Höhe, Landmaschinen fahren darunter | Getreide, Kartoffeln, Gemüse |
| Vertikal bifazial | Module senkrecht in Reihen, beidseitige Nutzung | Grünland, Beweidung |
| Gewächshaus-integriert | Teiltransparente Module als Dach | Beeren, Kräuter, Spezialkultures |
Vorteile
- Doppelnutzung: Strom + Landwirtschaft auf derselben Fläche
- Schutzfunktion: Beschattung schützt Pflanzen bei Hitze und reduziert Verdunstung
- Flächeneffizienz: Wichtig in Deutschland mit begrenzter Fläche für PV-Ausbau
- Agrarsubventionen bleiben erhalten: Fläche gilt weiterhin als landwirtschaftlich genutzt
Aktuelle Entwicklung in Deutschland
Deutschland hat Ende 2024 über 300 MW Agri-PV installiert, mit stark wachsendem Trend. Das Fraunhofer ISE betreibt mehrere Forschungsanlagen und hat einen Leitfaden für die Praxis veröffentlicht.
Die Bundesregierung hat im EEG 2023 einen Technologiebonus für Agri-PV bei Ausschreibungen eingeführt, um die höheren Installationskosten (20–30 % über konventionellen Freiflächenanlagen) auszugleichen.
Flächenpotenzial
Laut Fraunhofer ISE könnten auf nur 4 % der deutschen Ackerfläche über 500 GW Agri-PV installiert werden — mehr als das Doppelte des gesamten PV-Ausbauziels bis 2040.