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Wirtschaft Einsteiger · Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Amortisationszeit

Die Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage liegt in Deutschland bei 8–12 Jahren ohne Speicher und 10–14 Jahren mit Speicher. Der wichtigste Faktor ist die Eigenverbrauchsquote.

Was ist die Amortisationszeit?

Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren sich die Investition in eine Photovoltaikanlage durch eingesparten und eingespeisten Strom refinanziert hat. Ab diesem Zeitpunkt erwirtschaftet die Anlage einen Gewinn.

Geltungsbereich: Die Werte in diesem Eintrag gelten für Anlagen mit Inbetriebnahme bis zum 31.12.2026. Für Anlagen ab 2027 verschiebt sich der Referenzrahmen – siehe Abschnitt am Ende.

Typische Amortisationszeiten

KonfigurationAmortisationGesamtkosten
10 kWp ohne Speicher8–12 Jahre9.000–12.000 €
10 kWp mit 10-kWh-Speicher10–14 Jahre15.000–20.000 €
Balkonkraftwerk (800 W)2–4 Jahre400–700 €

Einflussfaktoren

Die wichtigsten Stellschrauben:

  • Eigenverbrauchsquote: Je mehr Solarstrom selbst verbraucht wird, desto schneller die Amortisation (30 ct/kWh gespart statt 8 ct/kWh eingespeist)
  • Anlagenkosten: Seit 2020 um rund 30 % gesunken
  • Strompreis: Höhere Strompreise = schnellere Amortisation
  • Standort und Ausrichtung: Süddeutschland + Südausrichtung = höherer Ertrag
  • Förderungen: KfW-Kredite, kommunale Zuschüsse

Wirtschaftlichkeit über die Lebensdauer

Bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren und einer Amortisation nach 10 Jahren erwirtschaftet eine 10-kWp-Anlage über die Restlaufzeit einen Gewinn von 15.000–25.000 €. Die jährliche Rendite liegt typischerweise bei 4–8 % — deutlich über aktuellen Festgeldzinsen.

Neuer Referenzrahmen für Anlagen ab 2027

Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 den Regierungsentwurf zur EEG-Reform 2027 beschlossen. Für Anlagen mit Inbetriebnahme ab 2027 entfällt danach die feste 20-jährige Einspeisevergütung; an ihre Stelle treten eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für maximal 36 Monate und ein Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh für bis zu 48 weitere Monate.

Damit hängt die Amortisation ab 2027 fast vollständig vom Eigenverbrauch ab. Der maßgebliche Vergleich:

Wert einer KilowattstundeBetrag
selbst verbraucht (Haushaltsstrompreis, BDEW 2026)37,0 ct/kWh
eingespeist (bis 10 kWp, Inbetriebnahme Feb.–Juli 2026)7,78 ct/kWh

Eine hohe Eigenverbrauchsquote und ein passend dimensionierter Batteriespeicher werden damit zur entscheidenden Stellschraube – die Einspeiseerlöse tragen die Rechnung nicht mehr. Eine durchgerechnete Beispielrechnung steht im Leitartikel EEG 2027: Was die Reform eine 10-kWp-Anlage kostet.

Rechtsstand: Regierungsentwurf, kein geltendes Recht. Bundestag (Beratung ab Herbst 2026), Bundesrat und die EU-beihilferechtliche Genehmigung stehen aus. Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, behält die feste Vergütung – siehe Vertrauensschutz.

Häufige Fragen

Wann rechnet sich eine PV-Anlage?

Eine typische Hausdach-PV-Anlage (10 kWp, ~10.000 €) amortisiert sich nach 8–12 Jahren. Bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren erzielt sie danach 15–20 Jahre lang reinen Gewinn. Die Rendite liegt bei 4–8 % pro Jahr.

Verlängert ein Speicher die Amortisation?

Ja, ein Speicher erhöht die Investition um 5.000–8.000 € und verlängert die Amortisation um 2–4 Jahre. Dafür steigt der Eigenverbrauch deutlich, und die Gesamtersparnis über die Lebensdauer ist höher.

Ändert sich die Amortisation für Anlagen ab 2027?

Ja, grundlegend. Nach dem Regierungsentwurf zur EEG-Reform 2027 vom 29. Juli 2026 entfällt die feste 20-jährige Einspeisevergütung für Neuanlagen. Die Amortisation hängt dann fast vollständig vom Eigenverbrauch ab: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 37,0 ct (Haushaltsstrompreis BDEW 2026), eine eingespeiste bringt nach geltendem Recht 7,78 ct. Es handelt sich um einen Entwurf, kein geltendes Recht — Bundestag, Bundesrat und die EU-beihilferechtliche Genehmigung stehen aus. Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, ist nicht betroffen.
Themen:
WirtschaftlichkeitRenditeInvestitionAmortisation