Bifaziale Module
Bifaziale Solarmodule nutzen Sonnenlicht von Vorder- und Rückseite. Durch die reflektierte Strahlung (Albedo) auf der Rückseite erzielen sie 5–25 % Mehrertrag gegenüber konventionellen Modulen — besonders auf hellen Untergründen.
Was sind bifaziale Module?
Bifaziale (doppelseitige) Solarmodule erzeugen Strom auf beiden Seiten. Die Vorderseite nutzt die direkte und diffuse Sonnenstrahlung, die Rückseite zusätzlich das vom Boden reflektierte Licht (Albedo-Strahlung).
Funktionsprinzip
| Seite | Lichtquelle | Anteil am Ertrag |
|---|---|---|
| Vorderseite | Direkte + diffuse Strahlung | 80–95 % |
| Rückseite | Albedo (reflektiertes Licht) | 5–20 % |
Der Bifazialitätsfaktor gibt an, wie viel Leistung die Rückseite im Vergleich zur Vorderseite erzeugen kann — typisch 70–85 %.
Albedo-Werte verschiedener Untergründe
| Untergrund | Albedo | Mehrertrag |
|---|---|---|
| Frischer Schnee | 0,80–0,90 | 15–25 % |
| Weißer Kies | 0,50–0,60 | 10–15 % |
| Beton | 0,30–0,40 | 8–12 % |
| Helles Gras | 0,20–0,25 | 5–8 % |
| Dunkle Erde | 0,10–0,15 | 3–5 % |
| Bitumen-Dach | 0,05–0,10 | 2–4 % |
Einsatzgebiete
- Freiflächenanlagen: Aufgeständert mit hellem Untergrund → höchster Mehrertrag
- Agri-PV vertikal: Bifaziale Module in Ost-West-Ausrichtung sind Standard
- Carports und Überdachungen: Licht fällt von unten auf die Rückseite
- Lärmschutzwände: Vertikale Installation mit beidseitiger Nutzung
- Flachdächer: Nur mit Aufständerung und hellem Untergrund sinnvoll