Verschattung
Verschattung reduziert den Ertrag einer PV-Anlage überproportional — bereits ein verschattetes Modul kann einen ganzen String bremsen. Bypass-Dioden und Leistungsoptimierer minimieren den Effekt.
Warum ist Verschattung so problematisch?
Solarmodule sind in Strings (Reihenschaltung) verbunden. Der Strom fließt durch alle Module eines Strings — das schwächste Modul bestimmt den Gesamtstrom. Ein einziges verschattetes Modul kann den Ertrag des gesamten Strings drastisch senken.
Verschattungsquellen
- Gebäude und Bäume: Saisonale Schatten, besonders im Winter bei tiefem Sonnenstand
- Schornsteine und Antennen: Punktuelle Schatten, die über Module wandern
- Nachbargebäude: Besonders in dicht bebauten Gebieten
- Schnee: Temporäre Vollverschattung im Winter
- Verschmutzung: Vogelkot, Laub, Pollen
Technische Gegenmaßnahmen
Bypass-Dioden
In jedem Modul eingebaut — sie überbrücken verschattete Zellgruppen und begrenzen den Ertragsverlust auf den betroffenen Modulabschnitt. Standard in allen modernen Modulen.
Leistungsoptimierer (DC-Optimierer)
Werden an jedes einzelne Modul angeschlossen und ermöglichen modulindividuelles MPPT. Hersteller: SolarEdge, Tigo. Kosten: 30–50 € pro Modul.
Mikro-Wechselrichter
Jedes Modul hat einen eigenen kleinen Wechselrichter. Verschattete Module beeinflussen die anderen nicht. Ideal bei starker Teilverschattung oder verschiedenen Dachausrichtungen.
Planungstipps
- Verschattungsanalyse vor der Installation durchführen (SunEye, Solmetric, oder 3D-Software)
- Kritische Bereiche meiden — Module nicht unter Schornsteinen oder Baumkronen platzieren
- String-Design optimieren — verschattete Module in eigene Strings gruppieren
- Optimierer nur wo nötig — bei leichter Verschattung reichen Bypass-Dioden