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MonatsberichtZubau

Solar-Report März 2026: 121 GW – der Osten dominiert

PV-Ausbau März 2026: 121 GW installiert, 5,86 Mio. Anlagen, 16 GW Jahreszubau. Sachsen-Anhalt führt, Meck-Pom mit 434 MW Zubau im Landkreis-Ranking.

· 4 Min. Lesezeit · Redaktion

Deutschland hat die Marke von 121 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung überschritten. Insgesamt sind nun knapp 5,86 Millionen Solaranlagen im Land registriert. In den vergangenen zwölf Monaten kamen rund 16 GW neue Leistung hinzu — das geht aus der aktuellen Auswertung des Marktstammdatenregisters durch solarzubau.de hervor.

Ostdeutschland dominiert das Ranking

Das Bundesland-Ranking nach Solar Score zeigt ein klares Bild: Die drei Spitzenplätze gehen an ostdeutsche Flächenländer.

RangBundeslandSolar ScoreMomentum
1Sachsen-Anhalt7073
2Brandenburg6930
3Mecklenburg-Vorpommern6869
4Bayern5435
5Schleswig-Holstein4522

Sachsen-Anhalt verteidigt den Spitzenplatz — mit dem höchsten Momentum Score aller Bundesländer. Das Land baut pro Kopf mehr Solarleistung zu als jedes andere. Mecklenburg-Vorpommern folgt mit einem Momentum von 69 dicht dahinter.

Bayern bleibt absolut betrachtet das stärkste Solarland mit 1,34 Millionen Anlagen und der höchsten Gesamtleistung. Im Pro-Kopf-Vergleich reicht es aber nur für Platz 4.

Freiflächen-Boom: Mecklenburgische Seenplatte baut 434 MW zu

Die Landkreise mit dem stärksten Zubau pro Kopf zeigen, wo die großen Freiflächenanlagen entstehen:

LandkreisBundeslandZubau 12MkW/Kopf
Mecklenburgische SeenplatteMV434 MW5,88
BördeST290 MW4,83
Neumarkt i.d.OPf.BY218 MW6,14
StendalST153 MW5,02
Cochem-ZellRP79 MW6,77

Die Mecklenburgische Seenplatte sticht mit 434 MW Zubau heraus — getrieben durch mehrere Freiflächenanlagen in einem der dünnstbesiedelten Landkreise Deutschlands. Cochem-Zell an der Mosel erreicht mit 6,77 kW pro Kopf den höchsten Wert im Ranking. Börde und Stendal in Sachsen-Anhalt bestätigen die Dominanz des Ostens auch auf Landkreisebene.

Gemeinde-Ebene: Bartow mit 263 MW

Auf Gemeindeebene dominieren kleine Orte mit großen Freiflächenanlagen das Zubau-Ranking:

GemeindeBundeslandZubaukW/Kopf
BartowMV263 MW517
RiedenheimBY81 MW127
AmerdingenBY76 MW93
BoldekowMV56 MW97
BosbüllSH48 MW221

Bartow in Mecklenburg-Vorpommern führt die Liste mit 263 MW Zubau an — bei einer Gemeinde mit wenigen hundert Einwohnern ergibt das einen rechnerischen Wert von über 500 kW pro Kopf.

Speichermarkt: 2,4 Millionen Batteriespeicher

Der Speichermarkt wächst parallel zum PV-Ausbau. Aktuell sind 2,4 Millionen Batteriespeicher im Marktstammdatenregister registriert — mit einer Gesamtleistung von 24,2 GW. Die Speicherquote liegt bundesweit bei 40,9 % — ein neuer Höchststand. Das bedeutet: Vier von zehn Solaranlagen werden mittlerweile mit Speicher kombiniert.

Der Trend zeigt klar nach oben. Sinkende Speicherpreise und steigende Stromkosten machen die Kombination aus PV und Speicher zunehmend wirtschaftlich. Für den Eigenverbrauch ist ein Speicher der wirksamste Hebel.

6-Millionen-Marke in Reichweite

Mit 5,86 Millionen registrierten Solaranlagen rückt die 6-Millionen-Marke in greifbare Nähe. Bei der aktuellen Zubaudynamik dürfte sie im Sommer 2026 erreicht werden. Allein die Zahl der Balkonkraftwerke hat sich seit 2023 vervielfacht und trägt erheblich zum Anlagenwachstum bei.

Ausblick

Der Jahreszubau von 16 GW liegt unter dem im EEG 2023 formulierten Ziel von 22 GW pro Jahr. Um das 215-GW-Ziel bis 2030 zu erreichen, müsste der Zubau um rund 37 % steigen. Die Dynamik in Ostdeutschland und der Freiflächen-Boom deuten auf weiteres Wachstum hin — ob es für die politischen Ziele reicht, bleibt abzuwarten. Alle Bundesländer lassen sich im Vergleichstool direkt gegenüberstellen.

Häufige Fragen

Wie viel PV-Leistung ist in Deutschland installiert? Stand April 2026 sind 121 GW Photovoltaik-Leistung in 5,86 Millionen Anlagen installiert. Der Jahreszubau lag bei rund 16 GW.

Welches Bundesland hat den höchsten Solarzubau pro Kopf? Sachsen-Anhalt führt das Ranking mit einem Solar Score von 70. Die ostdeutschen Flächenländer profitieren von verfügbaren Flächen für Freiflächenanlagen.

Wird Deutschland das 215-GW-Ziel bis 2030 erreichen? Dafür wäre ein jährlicher Zubau von rund 22 GW nötig. Aktuell liegt der Zubau bei 16 GW — es fehlen also rund 37 %. Die Freiflächen-Dynamik stimmt optimistisch, der Dachanlagen-Zubau müsste aber ebenfalls deutlich zulegen.


Datenquelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, eigene Auswertung durch solarzubau.de. Stand: 03.04.2026.

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