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PV-Anlage planen
Wer eine PV-Anlage plant, stößt schnell auf Fachbegriffe zu Auslegung, Ausrichtung und Dimensionierung. Hier sind sie gebündelt und verständlich erklärt. 26 Begriffe in dieser Kategorie.
Checkliste PV-Kauf
PlanungDer Kauf einer PV-Anlage umfasst zahlreiche Entscheidungen und Prüfschritte. Diese Checkliste fasst die zehn wichtigsten Punkte zusammen — von der Dachprüfung bis zur Inbetriebnahme.
Dachneigung und Ausrichtung
PlanungDie optimale Dachneigung für PV in Deutschland liegt bei 30–35° mit Südausrichtung. Abweichungen bis ±30° und Neigungen von 20–45° verursachen nur 5–10 % Ertragsverlust. Ost-West-Anlagen erzeugen ~15 % weniger, verteilen den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.
Dachreinigung vor PV-Montage
PlanungVor der PV-Montage stellt sich die Frage, ob das Dach gereinigt werden muss. Entscheidend ist nicht die Optik, sondern der Zustand der Dacheindeckung — insbesondere bei Moos- und Flechtenbefall auf älteren Betondachsteinen.
Dachstatik
PlanungSolarmodule wiegen 10–15 kg/m² inklusive Montagesystem. Die meisten Dächer tragen dieses Zusatzgewicht problemlos. Eine Statikprüfung ist bei älteren Gebäuden, Flachdächern mit Auflast-Systemen oder schneereichen Regionen empfehlenswert.
Ertragsgutachten PV
Planung FortgeschrittenEin Ertragsgutachten prognostiziert den jährlichen Stromertrag einer geplanten PV-Anlage auf Basis von Standortdaten, Ausrichtung, Verschattung und Komponentenkennwerten. Es ist die zentrale Grundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Finanzierungszusagen. Für Hausdachanlagen genügen in der Regel Simulationstools, für Großanlagen verlangen Banken ein zertifiziertes Gutachten.
Erzeugungsprofil PV
Planung FortgeschrittenDas Erzeugungsprofil einer PV-Anlage beschreibt den zeitlichen Verlauf der Stromerzeugung über den Tag und das Jahr. In Deutschland zeigt es eine ausgeprägte Glockenform mit Maximum zwischen 11 und 14 Uhr und starker saisonaler Schwankung — im Juni wird etwa fünfmal so viel erzeugt wie im Dezember. Die Profilform beeinflusst den Eigenverbrauch, den Marktwert und die Netzbelastung.
Lastgang und Standardlastprofil
Planung FortgeschrittenDer Lastgang beschreibt den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs eines Anschlusses. Für Haushalte und kleine Gewerbe wird er durch das Standardlastprofil H0 angenähert. Die Kenntnis des Lastgangs ist entscheidend für die Dimensionierung von PV-Anlage und Speicher — nur wer weiß, wann wie viel Strom verbraucht wird, kann den Eigenverbrauch realistisch prognostizieren.
Messkonzept bei PV-Anlagen
Planung FortgeschrittenDas Messkonzept legt fest, wie Stromerzeugung, Einspeisung und Bezug einer PV-Anlage gemessen und abgerechnet werden. Der Netzbetreiber genehmigt das Konzept im Rahmen der Netzanmeldung. Die Wahl zwischen Volleinspeisung, Überschusseinspeisung und kaskadierter Messung entscheidet über Zählerzahl, Abrechnungslogik und — bei Bestandsanlagen mit mehreren Erzeugern — über die Förderfähigkeit.
Netzanschluss
PlanungDer Netzanschluss ist die technische Anbindung einer PV-Anlage an das öffentliche Stromnetz. Für kleine Anlagen bis 10,8 kW gilt nach § 8 EEG ein beschleunigtes Verfahren. Das am 29.07.2026 im Kabinett beschlossene Netzanschlusspaket sieht die Abkehr vom Windhundprinzip, flexible Netzanschlussvereinbarungen und digitale Anschlussportale bis 01.01.2028 vor — bislang allerdings nur als Regierungsentwurf.
Netzverträglichkeitsprüfung PV
Planung FortgeschrittenDie Netzverträglichkeitsprüfung ist die technische Prüfung des Netzbetreibers, ob das örtliche Stromnetz eine neue PV-Anlage ohne Stabilitätsrisiko aufnehmen kann. Für Anlagen bis 30 kWp läuft ein vereinfachtes Verfahren mit vierwöchiger Frist, größere Anlagen benötigen bis zu acht Wochen. Die Grundprüfung ist für Anlagenbetreiber in aller Regel kostenlos.
Ost-West-Ausrichtung bei PV
PlanungEine Ost-West-Anlage belegt beide Seiten eines Satteldachs und erzeugt dadurch einen flacheren, aber über den Tag verteilten Ertragsverlauf statt einer scharfen Mittagsspitze. Der Jahresertrag liegt rund 10 bis 15 Prozent unter dem einer Südanlage, die Eigenverbrauchsquote ohne Speicher aber oft deutlich höher.
Photovoltaik-Terrassenüberdachung
PlanungEine PV-Terrassenüberdachung ersetzt das klassische Glasdach durch semitransparente oder opake Solarmodule und erzeugt je nach Größe 1,5 bis 5 kWp. Die Kosten liegen 2026 zwischen 7.000 und 28.000 Euro, wobei der Aufpreis gegenüber einem konventionellen Terrassendach meist 3.000 bis 8.500 Euro beträgt. Die Baugenehmigungspflicht richtet sich nach Grundfläche und Bundesland, nicht nach den Solarmodulen selbst.
Photovoltaik-Wartung
PlanungPV-Anlagen sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Eine jährliche Sichtprüfung und eine vertiefte Fachprüfung alle zwei bis vier Jahre erkennen Schäden, bevor sie Ertrag kosten. Wartungsverträge für Einfamilienhausanlagen kosten meist 100 bis 300 Euro pro Jahr und ergänzen die spezielleren Themen Reinigung und Thermografie.
PV auf Gründach
Planung FortgeschrittenDie Kombination aus Dachbegrünung und Photovoltaik – auch Biosolar-Dach genannt – nutzt die kühlende Wirkung der Vegetation, um den Modulertrag um 2 bis 4 Prozent zu steigern, während die Begrünung selbst Regenwasser zurückhält und Biodiversität fördert. Voraussetzung ist eine ausreichend tragfähige Dachstatik.
PV-Anlage dimensionieren: Wie viel Leistung?
PlanungDie Dimensionierung einer PV-Anlage legt fest, wie viele Module installiert und welche Wechselrichter- und Speichergröße sinnvoll sind. Entscheidende Eingangsgrößen sind der Jahresstromverbrauch, die verfügbare Dachfläche, die Ausrichtung und künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto. Die typische Eigenheim-Anlage liegt heute bei 10 bis 15 Kilowatt-Peak — deutlich größer als noch vor zehn Jahren.
PV-Monitoring
PlanungPV-Monitoring überwacht Erzeugung, Eigenverbrauch und Anlagenzustand in Echtzeit. Ohne Monitoring bleiben Defekte oft monatelang unentdeckt — mit Ertragsverlusten von 10–30 %. Jeder moderne Wechselrichter bietet eine kostenlose App.
PV-Versicherung
PlanungEine PV-Anlage sollte mindestens über die Wohngebäudeversicherung abgesichert sein. Eine Allgefahren-Versicherung bietet umfassenderen Schutz (Überspannung, Diebstahl, Bedienfehler) und kostet 80–150 € pro Jahr.
PVGIS und PV*SOL – Simulationstools
PlanungPVGIS (EU-Kommission) und PV*SOL (Valentin Software) sind die meistgenutzten Simulationstools für PV-Anlagen. PVGIS eignet sich für kostenlose Ersteinschätzungen, PV*SOL für professionelle Anlagenplanung mit 3D-Verschattung und Wirtschaftsanalyse.
Repowering
Planung FortgeschrittenRepowering bezeichnet den Austausch alter PV-Module oder ganzer Anlagen gegen leistungsstärkere Technik. Besonders relevant für Anlagen, deren 20-jährige EEG-Vergütung ausläuft — die sogenannten Post-EEG-Anlagen.
Solaranlage auf der Garage
PlanungGaragendächer sind meist Flachdächer und benötigen eine Aufständerung mit Ballastierung statt einer Dachdurchdringung. Typisch sind 3 bis 7 kWp für rund 4.500 bis 12.500 Euro. Anders als beim offenen Solarcarport handelt es sich bei der Garage um ein geschlossenes Bestandsgebäude, dessen Dach lediglich als PV-Fläche mitgenutzt wird.
Solarkataster
PlanungEin Solarkataster ist eine Online-Karte, die das Solarpotenzial einzelner Dachflächen zeigt. Viele Bundesländer und Kommunen bieten kostenlose Solarkataster an — basierend auf 3D-Laserscanning und Wetterdaten.
Verschattung
PlanungVerschattung reduziert den Ertrag einer PV-Anlage überproportional — bereits ein verschattetes Modul kann einen ganzen String bremsen. Bypass-Dioden und Leistungsoptimierer minimieren den Effekt.
Volllaststunden PV
Planung FortgeschrittenDie Volllaststunden beschreiben, wie lange eine PV-Anlage bei voller Nennleistung laufen müsste, um ihren tatsächlichen Jahresertrag zu erreichen. In Deutschland liegen sie typischerweise zwischen 900 und 1.100 Stunden pro Jahr — in Süddeutschland etwas höher, in Norddeutschland etwas niedriger. Sie sind die zentrale Kennzahl für Ertragsvergleiche zwischen Standorten und Technologien.
Wallbox und PV
PlanungDie Kombination von Wallbox und PV-Anlage ermöglicht kostenloses E-Auto-Laden mit Solarstrom. Überschussladen lädt das Auto nur bei PV-Überschuss — gesteuert über ein Energiemanagementsystem.
Wärmepumpe und PV
PlanungDie Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage senkt Heizkosten und erhöht den Eigenverbrauch. Eine Wärmepumpe verbraucht 3.000–5.000 kWh/Jahr — dafür sollte die PV-Anlage um 3–5 kWp größer dimensioniert werden.
Windhundprinzip beim Netzanschluss
Planung FortgeschrittenDas Windhundprinzip bedeutet, dass Netzbetreiber Anschlussbegehren in der Reihenfolge des Eingangs bearbeiten. Der Regierungsentwurf zum Netzanschlusspaket vom 29. Juli 2026 will dieses Prinzip ablösen: Künftig sollen Netzbetreiber nach Planungsreife und Netzdienlichkeit priorisieren dürfen. Flankiert wird das durch digitale Netzanschlussportale ab 2028 und die Rücknahme reservierter, aber ungenutzter Anschlussleistung.